Zum letzten Mal auf dieser Seite: HALLO ALLERSEITS!
Zum Abschluss dieser Blog-Aktion beschreibe ich euch kurz meine letzte Woche in Schottland. Jetzt bin ich ja wieder auf deutschem Boden, spreche durchgehend Deutsch bzw. schwäbisch und fahre wieder Auto und zwar auf der richtigen Seite.
Die letzte Woche in Dundee kann man ganz einfach beschreiben als TOTAL Schottisch. Fast jeden Tag gings in den Pub zum überfettetes Essen essen und Bier trinken. Jeden Mittag ein Millionaires Shortbread zum Tee mit Milch. Kein Lernstress (diese Sache nenne ich jetzt einfach mal auch typisch Schottisch, die vielen arbeitslosen Schotten haben ja nichts zu tun). Der Effekt dieser Genuss-Woche: Ich hab mich wenigstens für eine Woche total angepasst, in der Zeit 2kg zugenommen und meine ganzen gesunden Sachen im Kühlschrank musste ich wegwerfen, weil sie verfault waren.
Diese letzte Woche war auch total geprägt von meinem Hirn, das beschloss, wieder einmal sentimental zu werden und sich darüber Gedanken zu machen, was diese 2 Semester eigentlich gebracht haben. Das Witzigste ist die kulturelle Tatsache. Ich habe euch ja anfangs so bisschen berichtet von ein paar kulturellen Problemen und als ich darüber so nachdachte, kam mir eins in den Sinn. Die “Kurve der kulturellen Anpassung”
Diese Kurve lief mir in meinem 3.Semeser in Neu-Ulm über den Weg. D.h. ich hab diese Kurve VOR der Abreise nach Dundee gelernt, ich wusste eigentlich genau was auf mich zukommt und doch hab ich das nicht kapiert WÄHREND ich es erlebt habe. Aber diese Kurve kann man komplett auf meinen Auslandsaufenthalt in Dundee anwenden. Erst die Ankunft, alles ist neu und toll und witzig. Neue Leute, wie aufregend. Aber dann wird einem langsam bewusst, dass das als witzig erachtete gar nicht mehr so witzig ist, wenn man 8 Monate lang damit leben muss. Und dass das mit dem neue Leute kennenlernen gar nicht so einfach ist, weil man JEDEN verdammten Tag neue Leute kennenlernt und das kann dann schon sehr auf die Nerven gehen. Und dann muss man mit den “komischen” Leuten auch noch zusammenarbeiten, was GAR nicht klappt, wenn man nicht offen gegenüber anderen Kulturen ist. Aber irgendwie bekommt man das hin und irgendwann wird der ganze Wahnsinn sogar normal und man gewöhnt sich dran. Und ganz unerwartet entdeckt man doch die ein oder andere positive Seite an Sachen, über die man anfangs laut gelästert hat. Das ist quasi dann die Steigung der Kurve. Und die Anpassung an die Schottische Kultur hat sich bei mir erst in der letzten Woche gezeigt. GOTTSEIDANK erst in der letzten Woche, weil sonst hätte meine Mutter mich sofort nach meiner Ankunft zu Hause bei den Weight Watchers anmelden müssen! Und wenn ich mich noch weiter angepasst hätte dann hätte ich echt sehr großes Potential als “Miss Schlecht angezogen” gehabt, falls es so eine Miss-Wahl überhaupt gibt.
So, jetzt aber genug Kultur-bla-bla! Jetzt noch kurz zu meinen letzten Ausflügen. London und Glamis Castle.
Weil ich ja die einzige von unserem Freundeskreis war, die die Prüfungen schon beendet hatte und noch im Lande war, hab ich mich dazu entschlossen, einen Tag in London zu verbringen. Alleine. Mit dem Bus über Nacht runter, morgens um 7 Ankunft in London und abends um 23:45 wieder über Nacht zurück nach Dundee. Unerwarteterweise konnte ich in der ersten Nacht im Bus nicht gscheit schlafen, weil so komische Leute die unterschiedlichsten Schlaf- und nicht-schlafgeräusche gemacht haben. Deshalb waren die Voraussichten auf einen lockeren Londontag ziemlich schlecht. Übermüdet, bin ich morgens um 7 auf der Suche nach dem buckingham palace gewesen. Vergeblich, nach 1h hab ich es aufgegeben. Ist ziemlich schwer so ohne Stadtplan. Dann bin ich durch den Hydepark gelaufen und hab gefrühstückt. Dann hab ich mich auf dem Weg zum Monument gemacht, eine 62m hohe Säule, die an den Großbrand im Jahr 1666 (glaub ich mal) erinnert. Da bin ich die über 300 Stufen hochgelaufen weil ich dachte, das macht mich vielleicht ein bisschen fit. Negativ! Eher das Gegenteil war der Fall. Die Aussicht war ganz nett, aber das Wetter hat nicht mitgemacht. Den ganzen Tag über hat es immer wieder geregnet. Da hat sich mein Regenschirm doch noch gelohnt! In Schottland hab ich ihn ja fast gar nie gebraucht! Nach dem Monument (für die Besteigung hab ich sogar ein Zertifikat bekommen wuuuuh) hab ich die Haupt-Attraktionen abgeklappert, eben das Standardprogramm. Aber wer mich kennt, der weiß ja, dass ich mich dafür eher nicht soo interessiere. Ich mag lieber die netten Seitenstraßen, wo man WIRKLICH die Stadt sieht. Abgelegen von den ganzen Touristenströmen. Aber das Standardprogramm gehört halt trotzdem dazu. Danach gings bisschen zum “shoppen”. Erstmal richtung Covent Garden, dann Notting Hill (aber dahin eher zum Fotos machen). Hab aber nichts gefunden. Mir ist aufgefallen, dass Dundee ziemlich gut ausgestattet ist was Shopping betrifft, weil London irgendwie nicht viel mehr bietet. Halt Camden Town und die ganzen angefahrenen Geschäfte. In Camden Town angekommen, begrüßte mich gleich mal ein Punker
Aber irgendwie hatte ich dann keine Lust mehr auf shoppen in den ganzen Märkten und hab mir etwas zum Essen gekauft. Ist ja auch wichtiger. War aber ekelig, die Asiaten hattens schonmal besser drauf! Bin dann ins Science Museum, Eintritt frei. Und ich dachte, dann mache ich auch mal was kulturelles.Ich hab dann aber schnell bemerkt, dass das eher ein Museum für Kinder ist. War mir recht, muss ich schon nicht so viel denken. Als ich dann aber im 3.Stock vor einer Simulation, wie sich ein Baby im Bauch der Mutter entwickelt, zimlich mit meinen Augenlidern gekämpft habe, weil diese doofen Teile einfach nicht mehr aufbleiben wollten, habe ich mich beschlossen, dem Museumsbesuch ein Ende zu setzen und U-Bahn zu fahren. Weil auf ne Parkbank liegen und schlafen ist irgendwie mit einem negativen Image behaftet. Wobei ich wahrscheinlich ein paar cent reicher wäre nach dem Aufwachen, falls mich irgendwelche Touris mit einem Penner verwechselt hätten. So bin ich dann in die U-Bahn gehockt und soweit gefahren wie mein Ticket gültig war. An der Endstation dann wieder in die Gegenrichtung gefahren und zum anderen Ende. Das war eine sehr gute Idee von mir. So habe ich 1. geschlafen ohne pennerisch zu wirken und 2. Einheimische Londoner gesehen (auf der Straße erkennt man die nicht so gut wie in der U-Bahn) . Nach dieser Aktion war ich dann wieder fit für den letzten Streich: Die Jack the Ripper-Tour durchs Londoner East-End. War sehr interessant, man hat uns zu den original Pubs geführt, wo die Huren verkehrt haben, zu den Tatorten, wo Jack die Huren getötet hat und somit konnte man sich das richtig vorstellen. Das war echt wie ein Krimi. Leider einer ohne Auflösung, weil ja bis heute niemand weiß, wer der gruselige Jack the Ripper war. Nach der Tour hab ich noch ein paar Nachtbilder gemacht und mich dann auf den Weg zurück zur Busstation gemacht. In der 2. Nacht im Bus habe ich geschlafen wie ein Baby. Woran das wohl liegt
Als wir Besuch von unserer HNU-Studienkollegin Sabine bekamen, haben wir einen Ausflug zum Glamis Castle gemacht, wo Queen Mum aufgewachsen ist. Ein cooles Teil! Aber mehr fasziniert haben mich mal wieder die Highland-Kühe obwohl die diesmal bisschen passiv und langweilig drauf waren. Ihr dürft selber entscheiden, was ihr schöner findet!


Leider durfte man innendrin nicht fotografieren, aber war echt ein nettes Schlösschen!
So, sonst gibts eigentlich nicht viel zu erzählen! Ich bin froh, dass ich den ganzen Verabschiedungskram hinter mir habe und jetzt kommt nur noch der ganze Begrüßungskram, der mir VIEL lieber als der Verabschiedungskram ist!! Also: HALLO DETTINGEN, ICH BIN WIEDER DA!!! Achja, nächste Woche sage ich übrigens auch noch HALLO LIEBHERR! Mit diesem Ferienjob ist die Gefahr, dass ich komplett veröde in den 5 Monaten ohne Vorlesungen, weg. Jetzt heißts dann wieder früh aufstehen. Also das Wort “früh” als Arbeiter definiert und nicht als Student (als Student ist 9 Uhr aufstehen “früh”. Alles davor ist unmöglich). Bin mal gespannt, ob ich mich wieder jeden Tag um 8Uhr ins Bett schmeiße weil das frühe Aufstehen so schwer am Anfang ist. Doofe Studentengewohnheit
Jetzt aber noch eine letze Verabschiedungssache: TSCHÜß BLOG!!!! Ich hoffe, ihr hattet bisschen Spaß an meinem Geschreibse und freut euch in Zukunft wieder auf mündliche Berichte von mir. Ist sowieso viel entspannter, wenn man zuhören darf/muss und nicht lesen muss
Ich werde den Blog im Mai noch offen lassen, aber dann Ende Mai ist er weg vom Fenster!









































