Back to the roots!

Zum letzten Mal auf dieser Seite: HALLO ALLERSEITS!

Zum Abschluss dieser Blog-Aktion beschreibe ich euch kurz meine letzte Woche in Schottland. Jetzt bin ich ja wieder auf deutschem Boden, spreche durchgehend Deutsch bzw. schwäbisch und fahre wieder Auto und zwar auf der richtigen Seite.

Die letzte Woche in Dundee kann man ganz einfach beschreiben als TOTAL Schottisch. Fast jeden Tag gings in den Pub zum überfettetes Essen essen und Bier trinken. Jeden Mittag ein Millionaires Shortbread zum Tee mit Milch. Kein Lernstress (diese Sache nenne ich jetzt einfach mal auch typisch Schottisch, die vielen arbeitslosen Schotten haben ja nichts zu tun). Der Effekt dieser Genuss-Woche: Ich hab mich wenigstens für eine Woche total angepasst, in der Zeit 2kg zugenommen und meine ganzen gesunden Sachen im Kühlschrank musste ich wegwerfen, weil sie verfault waren.

Diese letzte Woche war auch total geprägt von meinem Hirn, das beschloss, wieder einmal sentimental zu werden und sich darüber Gedanken zu machen, was diese 2 Semester eigentlich gebracht haben. Das Witzigste ist die kulturelle Tatsache. Ich habe euch ja anfangs so bisschen berichtet von ein paar kulturellen Problemen und als ich darüber so nachdachte, kam mir eins in den Sinn. Die “Kurve der kulturellen Anpassung”

Diese Kurve lief mir in meinem 3.Semeser in Neu-Ulm über den Weg. D.h. ich hab diese Kurve VOR der Abreise nach Dundee gelernt, ich wusste eigentlich genau was auf mich zukommt und doch hab ich das nicht kapiert WÄHREND ich es erlebt habe. Aber diese Kurve kann man komplett auf meinen Auslandsaufenthalt in Dundee anwenden. Erst die Ankunft, alles ist neu und toll und witzig. Neue Leute, wie aufregend. Aber dann wird einem langsam bewusst, dass das als witzig erachtete gar nicht mehr so witzig ist, wenn man 8 Monate lang damit leben muss. Und dass das mit dem neue Leute kennenlernen gar nicht so einfach ist, weil man JEDEN verdammten Tag neue Leute kennenlernt und das kann dann schon sehr auf die Nerven gehen. Und dann muss man mit den “komischen” Leuten auch noch zusammenarbeiten, was GAR nicht klappt, wenn man nicht offen gegenüber anderen Kulturen ist. Aber irgendwie bekommt man das hin und irgendwann wird der ganze Wahnsinn sogar normal und man gewöhnt sich dran. Und ganz unerwartet entdeckt man doch die ein oder andere positive Seite an Sachen, über die man anfangs laut gelästert hat. Das ist quasi dann die Steigung der Kurve. Und die Anpassung an die Schottische Kultur hat sich bei mir erst in der letzten Woche gezeigt. GOTTSEIDANK erst in der letzten Woche, weil sonst hätte meine Mutter mich sofort nach meiner Ankunft zu Hause bei den Weight Watchers anmelden müssen! Und wenn ich mich noch weiter angepasst hätte dann hätte ich echt sehr großes Potential als “Miss Schlecht angezogen” gehabt, falls es so eine Miss-Wahl überhaupt gibt.

So, jetzt aber genug Kultur-bla-bla! Jetzt noch kurz zu meinen letzten Ausflügen. London und Glamis Castle.

Weil ich ja die einzige von unserem Freundeskreis war, die die Prüfungen schon beendet hatte und noch im Lande war, hab ich mich dazu entschlossen, einen Tag in London zu verbringen. Alleine. Mit dem Bus über Nacht runter, morgens um 7 Ankunft in London und abends um 23:45 wieder über Nacht zurück nach Dundee. Unerwarteterweise konnte ich in der ersten Nacht im Bus nicht gscheit schlafen, weil so komische Leute die unterschiedlichsten Schlaf- und nicht-schlafgeräusche gemacht haben. Deshalb waren die Voraussichten auf einen lockeren Londontag ziemlich schlecht. Übermüdet, bin ich morgens um 7 auf der Suche nach dem buckingham palace gewesen. Vergeblich, nach 1h hab ich es aufgegeben. Ist ziemlich schwer so ohne Stadtplan. Dann bin ich durch den Hydepark gelaufen und hab gefrühstückt. Dann hab ich mich auf dem Weg zum Monument gemacht, eine 62m hohe Säule, die an den Großbrand im Jahr 1666 (glaub ich mal) erinnert. Da bin ich die über 300 Stufen hochgelaufen weil ich dachte, das macht mich vielleicht ein bisschen fit. Negativ! Eher das Gegenteil war der Fall. Die Aussicht war ganz nett, aber das Wetter hat nicht mitgemacht. Den ganzen Tag über hat es immer wieder geregnet. Da hat sich mein Regenschirm doch noch gelohnt! In Schottland hab ich ihn ja fast gar nie gebraucht! Nach dem Monument (für die Besteigung hab ich sogar ein Zertifikat bekommen wuuuuh) hab ich die Haupt-Attraktionen abgeklappert, eben das Standardprogramm. Aber wer mich kennt, der weiß ja, dass ich mich dafür eher nicht soo interessiere. Ich mag lieber die netten Seitenstraßen, wo man WIRKLICH die Stadt sieht. Abgelegen von den ganzen Touristenströmen. Aber das Standardprogramm gehört halt trotzdem dazu. Danach gings bisschen zum “shoppen”. Erstmal richtung Covent Garden, dann Notting Hill (aber dahin eher zum Fotos machen). Hab aber nichts gefunden. Mir ist aufgefallen, dass Dundee ziemlich gut ausgestattet ist was Shopping betrifft, weil London irgendwie nicht viel mehr bietet. Halt Camden Town und die ganzen angefahrenen Geschäfte. In Camden Town angekommen, begrüßte mich gleich mal ein Punker Aber irgendwie hatte ich dann keine Lust mehr auf shoppen in den ganzen Märkten und hab mir etwas zum Essen gekauft. Ist ja auch wichtiger. War aber ekelig, die Asiaten hattens schonmal besser drauf! Bin dann ins Science Museum, Eintritt frei. Und ich dachte, dann mache ich auch mal was kulturelles.Ich hab dann aber schnell bemerkt, dass das eher ein Museum für Kinder ist. War mir recht, muss ich schon nicht so viel denken. Als ich dann aber im 3.Stock vor einer Simulation, wie sich ein Baby im Bauch der Mutter entwickelt, zimlich mit meinen Augenlidern gekämpft habe, weil diese doofen Teile einfach nicht mehr aufbleiben wollten, habe ich mich beschlossen, dem Museumsbesuch ein Ende zu setzen und U-Bahn zu fahren. Weil auf ne Parkbank liegen und schlafen ist irgendwie mit einem negativen Image behaftet. Wobei ich wahrscheinlich ein paar cent reicher wäre nach dem Aufwachen, falls mich irgendwelche Touris mit einem Penner verwechselt hätten. So bin ich dann in die U-Bahn gehockt und soweit gefahren wie mein Ticket gültig war. An der Endstation dann wieder in die Gegenrichtung gefahren und zum anderen Ende. Das war eine sehr gute Idee von mir. So habe ich 1. geschlafen ohne pennerisch zu wirken und 2. Einheimische Londoner gesehen (auf der Straße erkennt man die nicht so gut wie in der U-Bahn) . Nach dieser Aktion war ich dann wieder fit für den letzten Streich: Die Jack the Ripper-Tour durchs Londoner East-End. War sehr interessant, man hat uns zu den original Pubs geführt, wo die Huren verkehrt haben, zu den Tatorten, wo Jack die Huren getötet hat und somit konnte man sich das richtig vorstellen. Das war echt wie ein Krimi. Leider einer ohne Auflösung, weil ja bis heute niemand weiß, wer der gruselige Jack the Ripper war. Nach der Tour hab ich noch ein paar Nachtbilder gemacht und mich dann auf den Weg zurück zur Busstation gemacht. In der 2. Nacht im Bus habe ich geschlafen wie ein Baby. Woran das wohl liegt :-)

Als wir Besuch von unserer HNU-Studienkollegin Sabine bekamen, haben wir einen Ausflug zum Glamis Castle gemacht, wo Queen Mum aufgewachsen ist. Ein cooles Teil! Aber mehr fasziniert haben mich mal wieder die Highland-Kühe obwohl die diesmal bisschen passiv und langweilig drauf waren. Ihr dürft selber entscheiden, was ihr schöner findet!

Leider durfte man innendrin nicht fotografieren, aber war echt ein nettes Schlösschen!

So, sonst gibts eigentlich nicht viel zu erzählen! Ich bin froh, dass ich den ganzen Verabschiedungskram hinter mir habe und jetzt kommt nur noch der ganze Begrüßungskram, der mir VIEL lieber als der Verabschiedungskram ist!! Also: HALLO DETTINGEN, ICH BIN WIEDER DA!!! Achja, nächste Woche sage ich übrigens auch noch HALLO LIEBHERR! Mit diesem Ferienjob ist die Gefahr, dass ich komplett veröde in den 5 Monaten ohne Vorlesungen, weg. Jetzt heißts dann wieder früh aufstehen. Also das Wort “früh” als Arbeiter definiert und nicht als Student (als Student ist 9 Uhr aufstehen “früh”. Alles davor ist unmöglich). Bin mal gespannt, ob ich mich wieder jeden Tag um 8Uhr ins Bett schmeiße weil das frühe Aufstehen so schwer am Anfang ist. Doofe Studentengewohnheit :-)

Jetzt aber noch eine letze Verabschiedungssache: TSCHÜß BLOG!!!! Ich hoffe, ihr hattet bisschen Spaß an meinem Geschreibse und freut euch in Zukunft wieder auf mündliche Berichte von mir. Ist sowieso viel entspannter, wenn man zuhören darf/muss und nicht lesen muss :-) Ich werde den Blog im Mai noch offen lassen, aber dann Ende Mai ist er weg vom Fenster!

Alles hat ein Ende nur der Mojito-Strohhalm hat zwei

Ja liebe Leute, so geht die Schottensache langsam zu Ende! Die Prüfung wäre geschafft, mein Lernen nach dem Minimalprinzip hat sich ausgezahlt. Meiner Meinung nach. Ich hoffe natürlich, dass die Professoren das auch so sehen, aber das erfahre ich erst in ein paar Wochen! Jetzt wird erstmal noch die letzte Hausarbeit geschrieben, dann ist das 6. Semester meines Studiums wirklich abgehakt und ich kann mit guter Laune nach Hause kommen.

Diese Woche gibts eigentlich gar nicht viel zu erzählen. Bis Freitag hab ich ja gelernt, also ziemlich langweilig für euch. Oh, ich könnte euch meine zwei “Aufreger der Woche” erzählen! Es geht beide Male um interkulturelle Problemchen. Mal wieder!

1. Gruppenmeeting am Donnerstag – Die Großgruppe hatte am Donnerstag (1 Tag vor meiner Prüfung) das letzte Meeting. Ich hab vorgeschlagen, dass wir uns um 10 morgens treffen, weil ich eben am Freitag Prügung habe (die anderen nicht) und dann nicht der komplette Tag “versaut” ist. Dann hat ein Franzose (es sind 4 Franzosen, 4 Schotten und ich in der Gruppe) gefragt, ob nicht 11 oder 12 auch ginge. 11 war dann der Kompromiss. Und wer kam??? NICHT der Franzose! Da hab ich nömlich auf Facebook mitbekommen, dass der am Mittwoch Abend auf eine Schaumparty geht. War ja klar, dass der es nicht um 11 machen kann. Die restlichen Jungs kamen auch nicht, es waren also nur der Kern der Gruppe, eine Französin, eine Schottin und ich da. Und eine andere Französin kam auch noch, aber ich glaub nicht zum Arbeiten, eher um uns eine DERART unverschämte Frage zu stellen, die der Aufreger meiner Woche war! Nur kurz zum Beschreiben. Wir sind 9 Leute in der Gruppe und es haben nur 3 Leute wirklich gearbeitet. Die anderen kamen zu den Meetings wann sie wollten, hatten jede Woche noch schlechtere Ausreden oder irgendwann gar keine Ausreden mehr. Bei der Benotung haben die dann halt ein Problem. Es muss nömlich jeder eine Übersicht abgeben, was er/sie alles in der Gruppe für Aufgaben erledigt hat. Und bei denen ist das dann halt fast ein leeres Blatt. UND DANN kommt die Französin daher und besitzt doch glatt die Frechheit und zu fragen ob wir als Gruppe sagen, dass jeder ungefähr gleichviel gemacht hat und demnach auch jeder dieselbe Note bekommt (anscheinend geht das, hat der Professor gesagt). Nachdem meine Gehirnzellen wieder geschaltet haben und ich meine Kinnlade wieder hochklappen konnte, sagte ich nur 2 Worte: VERGISS ES!!!! Und das werden wir auch sicher ncht machen!

2. Aufreger: Kids Club – Ja, schon wieder das gute interkulturelle Missverständnis oder wasauchimmer. Tatsache ist, dass ich seit 4 Wochen nicht mehr im Kids Club war und auch nicht mehr gehe vor meiner Abreise. Beim 1. Mal hab ich abgesagt. Beim 2. Mal auch, weil Dani da war. Beim 3. Mal war ein Schild an der Tür, dass sie in der Sporthalle sind, also braucht man mich nicht. Ich hab aber Mikie ne E-Mail geschrieben dass er sich melden soll, wenn er mich doch braucht. Hat er nicht. Aber ne halbe Woche später hat er sich wenigstens entschuldigt, dass er nicht bescheid gesagt hat und hat gesagt ich soll ihm sagen, wann ich nächste Woche Zeit hab. Das hab ich ihm gesagt. Dann kam WIEDER keine Antwort! Mann, als ob eine E-Mail ein Vermögen kosten würde oder als ob es so viel Überwindung kosten würde, nur kurz zu schreiben “brauch dich nicht” oder “ok, komm am Mittwoch um 3″ oder sonstwas!!!! Die Schotten sind da so faul, aber ich kanns einfach nicht haben, wenn jemand nicht antwortet auf so einfache Fragen. Da merkt man eben richtig, dass die mich überhaupt nicht brauchen und dass die halt eher freiwillige Helfer wie mich engagieren, weil sie das von der Regierung aus müssen oder so. Aber wenigstens kriege ich das was ich wollte, nämlich eine schöne Bestätigung für meinen Lebenslauf. Er schickt sie nach Deutschland, bin mal gespannt, wie lange das dauert! Kann mir nicht vorstellen, dass der sich SOFORT an den Computer sitzt und lostippt, ausdruckt, zur Post rennt und die Sache absendet. Mal sehen!

Ansonsten war diese Woche Besuchstag von Anyas Familie. Auch “Frankeninvasion” genannt. Die Schwester, der Bruder, die Eltern und die Cousine sind mitgekommen. Bei uns übernachtet haben alle außer die Eltern. Eben für eine Nacht, danach sind sie auf Tour gegangen. Und ich konnte (musste) weiterlernen. Aber es lernt sich schon leichter, wenn man ein schönes Stückchen Leberkäs im Kühlschrank hat, dass mir die Familie übriggelassen hat. Hab ja inzwischen meinen Kochhorizont auf Pellartoffeln erweitert, somit waren die Bratkartoffeln zum Leberkäs schnell gemacht. Zumindest wärs so gewesen, wenn ich die richtigen Kartoffeln gekauft hätte. So wars dann eher Kartoffelbrei aus der Pfanne. Hab ein Ei drüber geschlagen, dann hats wieder eher nach Pfannenmahlzeit ausgesehen.

Nach den Prüfungen gings zum Chinesen und danach in den Pub mit den “Standardleuten” minus Anya. Bei der sind die Prüfungen nämlich erst nächsten Samstag vorbei. Und am Samstag hab ich einen kleinen Weiberabend veranstaltet mit Mojito und Mädelsfilmen. Hier ein paar Fotos vom Mojito-Produktionsprozess:

Für alle die sich fragen, was ich da mache: Ich produziere “Crushed Ice” :-)

Als die Produktion abgeschlossen war, gings ans Verköstigen. Jeder kriegt ne Decke und Süßigkeiten und perfekt ist der Weiberabend!

Gequatscht haben wir bis in die Nacht hinein. Wahrscheinlich weil wir wussten, dass es das letzte Mal sein wird, dass wir so quatschen können. Annika fliegt morgen und die Finanzen-Leute direkt nach der Prüfung nächsten Freitag. So langsam wirds echt leer hier in Dundee. Ich hab mich deshalb auch entschieden, Dundee für einen Tag zu verlassen am Donnerstag. Ich mach einen Ausflug nach London. Es gibt einen Bus, der über Nacht runterfährt 10h lang. Dann bin ich um 7 morgens da und hab den ganzen Tag bis der Bus um 23:45 Uhr wieder zurückfährt. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich in dem Bus genausogut schlafen kann wie in den ganzen Schulbussen, die ich schon mit meinem Geschnarche beglückt habe :-)

Das hier wird mein letzter Blogeintrag aus Schottland sein wahrscheinlich. Am Samstag bekommen wir ja noch Besuch für 2 Nächte von einer Studienkollegin und am Dienstag gehts ja dann schon nach Edinburgh. Ich werde euch darüber aber logischerweise auch noch nachträglich auf dem Laufenden halten, damit der Blog einen tollen Abschluss findet. Ist echt schade, ich hab mich schon glatt an die Schreiberei gewöhnt, obwohl die letzten paar Einträge schon eher an Schulaufsätze erinnern. Aber ich konnte eben noch nie so rictig gute Aufsätze schreiben. Eben Kaddi-Aufsätze schon, aber keine Schulaufsätze. Das sind 2 komplett verschiedene Welten. Naja wie gesagt, der letzte Eintrag kommt in 1,5 Wochen oder so und ab dann kann ich euch ja immer alles persönlich erzählen, was mir so in meinem Leben passiert. ICH FREU MICH DRAUF!!! Und WEHE irgendjemand kommt zu mir und freut sich nicht dass ich daheim bin und sagt “He, geh wieder weg, ich will deinen Blog weiterlesen”. NEIN!! Freut mich zwar, dass so viele Leute den Blog toll finden, aber nein, ihr müsst demnächst wieder mein Geschwätz ertragen anstatt meines Geschreibsel. Also dann mal bis demnächst! Eure Kaddi

Ostern – WAS war das nochmal?!?

Hallo! Nun bin ich auch endlich in der Lernzeit angekommen und meine Motivation ist sogar höher als auf dem Nullpunkt. Liegt vielleicht daran, dass wir nur eine Prüfung schreiben (der Rest sind ja Hausarbeiten) und uns die gute Mrs. Professorin alle Themen gesagt hat, die drankommen. Klingt nach wunderbaren Bedingungen, aber die Aufsätze müssen ja trotzdem noch geschrieben werden! Diesmal hab ich 2,5 Stunden Zeit für 2 Aufsätze, die ca. 5 Seiten pro Aufsatz geben sollen. Also 2,5h für 10 Seiten, das wären dann 4 Seiten pro Stunde also locker machbar. Im Gegensatz zu letztem Semester. Und nun kämpfe ich mich durch die Themen, um die 4 Seiten pro Stunde auch mit sinnvollem Inhalt füllen zu können. Wer schonmal das Grundstudium an meiner Heimathochschule durchgemacht hat, der muss bei den schottischen Bedingungen echt lachen. Damals hatte ich 13 Fächer in 2 Wochen abzufertigen. Angefangen zu lernen habe ich 2 Monate vorher. In den vorlesungsfreien Tagen war das von morgens um 10 bis Abends um 22:15, um dann pünktlich zum Dschungelcamp abschalten zu können und dann am nächsten Taq schön weitermachen zu können. Meine Familie hat mich nicht mehr zu Gesicht bekommen außer zum Essen, mein Bruder hat mich nur noch gesehen, wenn ich ihn und seine Kumpels nachts um 5 von irgendwelchen Parties abgeholt habe. Weil ich lerne ja und deshalb war ich zu der Zeit die 100%ige Erfolgsquote, wenn man nachts eine nüchterne und fahrtüchtige Person zum Abholen brauchte. Meine Freunde hielten mich vielleicht auch für verrückt, denen hab ich gesagt, dass ich 2 Monate lang weg vom Schuss bin. Und jetzt kommts. Jetzt meint ihr bestimmt alle, dass ich wegen der Lernerei bistimmt einen 1,0-Durchschnitt hatte, ein Stipendium in den A… gesteckt bekommen habe und zu allem Überfluss noch zur HNU-Studentin des Jahres gewählt wurde. Meine Antwort: Eher NEIN. Der Durchschnitt war für mein Befinden super, mit 2,1 lässt es sich super leben. Aber ich denke manchmal, WANN zur Hölle man denn anfangen muss um einen Einserdurchschnitt rein theoretisch kriegen zu können. Die Antwort: In Deutschland schaffen das nur Lerngenies und wenn du kein Lerngenie bist, dann geh nach Schottland. Wenn ich letztes Semester in Schottland 2 Monate vorher angefangen hätte zu lernen, dann hätte ich jetzt ein Götterstatus an der Uni und wer weiß, vielleicht hätten sie eine Statue von mir gegossen und im City Centre aufgestellt. Ich meine, wenn es “Desperate Dan” zu einer Statue schafft, wieso dann nicht ich? Der war auch nur ein Comicheld. Unrealistische Gedanken beiseite, Fakt ist, dass ich letztes Semester eine Woche vorher angefangen hatte, auf 2 Klausuren zu lernen (2 Hausarbeiten mussten auch abgegeben werden, aber darauf muss man ja nicht lernen, die muss man schreiben). Und der Durchschnitt war der gleiche wie im Grundstudium mit den 13 Prüfungen. Ich kriege übrigens auch für die 4 Noten (dieses Jahr eben 3 Hausarbeiten und 1 Prüfung) GLEICH VIELE Punkte wie für die 13 Prüfungen an der deutschen Hochschule. Nein Leute, ihr müsst das nicht verstehen, ich tu es ja auch nicht. Klar ist es besonders schwer für Ausländer, in Englisch alles zu schreiben und am besten auch noch in professioneller Sprache. Aber für Schotten muss es hier ja das Paradies sein. Aber die machen es sich halt selber schwer, weil die ja nicht zu den Vorlesungen kommen. Vielleicht denken sie sich einfach, dass es sonst ja ein Kinderspiel wäre, dann machen sie sich ne besondere Herausforderung und bleiben zu Hause, lernen nichts. Schauen sich 1 Tag vor der Prüfung alles mal bisschen durch und schreiben dann ihre 2. Den Eindruck hab ich hier. Und so beschäftige ich mich nicht lange mit Zusammenfassungen erstellen, sondern lerne vorwiegend Namen der Personen, die irgendwas zu den Themen gesagt haben. Der Rest schreibt sich von selbst. Aber diese Namen!!!!! Also ich muss schon sagen, ich bin ja im Namen merken normalerweise nicht schlecht. Und nochmal: Aber DIESE Namen!!! Dazu brauche ich Donkey-Bridges (siehe älterer Artikel, wörtliche Übersetzung: Eselsbrücken). Beispiele der besten donkey bridges:

  • H. Takeuchi & I. Nonaka
  • –> “nimm Uschi” ohne s. –> take u(s)chi und –> Antonia und meine Initialen (Nona ist ein Kürzel von “Antonia”) –> Nona KA
  • S. Chui & J. Peng
  • –> Feuerwerk: Wenns in die Luft hochschießt machts “chuuuuuuuuuui” und wenns oben angekommen ist, machts “peng”
  • Robinson & Bennett
  • –> Robinson (Crusoe) trägt eine Hose von Bennetton (ohne “on”)
  • Arlie Hochschild
  • –> Carlie (KidsClub-Mitarbeiterin) ohne C und Hochschild ist ein deutscher Name, den merke ich mir so

Aber gut, ich will ja jetzt nicht darüber maulen, dass ich ZU wenig zu tun habe und mich nicht komplett von der Gesellschaft abkapseln muss, weil ich dringend lernen muss. Ich geh schon noch bisschen aus. Vor allem mit meiner neuen Digicam. Weil ich meine ja in der Weihnachtszeit in Deutschland irgendwie verloren habe (Ich habe SEIT JAHREN nichts Bedeutendes mehr verloren, aber seitdem ich von einem Ort zum anderen tingle, hat das wieder angefangen) und weil vor kurzem mein Bafög gekommen ist (nach einem Bewerbungsprozess von einem halben Jahr!!! DANKE Daimler, ohne die Ersparnisse von meinem Praktikum wäre ich bankrott), hab ich mir eine neue geleistet. Und die kommt jetzt immer und überall mit und wird auf Herz und Nieren getestet. Ich hab aber immer mehr das Gefühl, dass ich mir da ein zu gutes Gerät geholt habe, ich muss mich da echt noch sehr sorgfältig einlesen, was die ganzen Einstellungen so am gemachten Foto ändern und welche Einstellung für was am besten ist etc. Kompliziert…

Am Freitag war Amandines Geburtstagsfeier. Fazit: Ich vertrage keinen Weißwein mehr. Punkt. Den Rest könnt ihr selber reininterpretieren. Davon stelle ich aber keine Fotos rein, weil ich da wieder jede Menge Gesichter zensieren müsste. Aber um euch mal zu zeigen, was eine Schottische Friseurin mit mir angestellt hat, stell ich eins von mir rein.

Ja, Frau Kaddi A. hat jetzt nicht mehr das Löwenpotential, das sie vor ein paar Tagen noch hatte. Aber Fasching ist ja vorbei. Jetzt hüpfen die Locken wieder gesund und munter auf meinem Kopf herum. Ich hatte zwar eigentlich vor, zu der Friseurin zu sagen, dass sie mit den Haaren machen soll was sie will, aber dann wurde mir bewusst, dass es ja SEHR viele Schotten gibt, die lila/blaue/grüne/pinke Haare haben. Und vielleicht haben die ja genau das gesagt!! Drum hab ich ihr einfach gesagt, ich will sie kürzer und ausgedünnt. Eigentlich wollte ich auch noch sagen, dass sie Stufen reinschneiden soll, aber da ich ja so grottenschlecht in Vokabeln bin, wusste ich dieses Wort natürlich auch nicht und hab sie einfach schneiden lassen. Hat sie aber gut gemacht. Zumindest sehe ich nicht aus wie letztes Mal in Stuttgart, als ich aus dem Friseur rausgelaufen bin. Nämlich mit “schwungvoll geglätteten” Haaren. Da musste ich mich erst von meiner ganzen WG auslachen lassen und die Haare waschen, dass die Locken wieder rauskommen, bevor ich wieder zur Arbeit gehen konnte. Oder überhaupt mich aus dem Haus getraut hatte.

So, nun fällt mir nichts mehr ein, das ich euch erzählen könnte. Achso, doch klar, ich könnte euch noch kurz von meiner Osterwahrnehmung dieses Jahr erzählen, was ja eigentlich die Überschrift dieses Artikels ist. Das ist nämlich gleich Null. Ich hab dieses Jahr kein Ostern mitbekommen, außer dass die in den Supermärkten Millionen Schoko-Osterartikel verkaufen und nach Erzählungen von meiner Mitbewohnerin und ihrer Freundin, die grad zu Besuch ist, waren die Regale ALLE ratzeputzeleer am Ostersonntag! (Ja, auch an Ostersonntag haben hier die Geschäfte offen). Eine einzige Packung mit paar Schokoeiern haben die beiden noch ergattert und mich gleich mal auf die Suche geschickt, damit ich doch noch ein kleines Osterfeeling zwischen der Lernerei habe. Die Eier hab ich dann heute gefunden und gerade wurde das letzte erfolgreich in meinen Magen katapultiert. In diesem Sinne, macht mal weiter mit dem Osterfeiertage genießen und ich mach noch bisschen Eselsbrücken-Ausdenkungsarbeit. Bis nächste Woche dann!!

Von Muuuuuuh und Määäääääh und einem Chevy mittendrin

 

Hallihallo aus Dundee! Ich weiß, ich hab den Blog letzte Woche bisschen vernachlässigt, aber ich hatte ja nen guten Grund dazu. Deutschlandbesuch hat man ja nicht alle Tage! Jetzt wollt ihr bestimmt alle wissen, was da so los war in meiner bescheidenen Hütte letzte Woche! Und ihr werdets erfahren! Aber erstmal ein kleiner Nachtrag von Pierricks Geburtstag, der hat vorletztes Wochenende bisschen gefeiert. Und ich sags euch schon wieder: UUUUNGLAUBLICH die Franzosen! Aber erstmal noch ne kurze Beschreibung von Pierrick zur besseren Vorstellung. Er studiert ja nicht mit uns sondern ist “nur” der Freund von Sandra. Er hat sein Studium beendet und arbeitet jetzt in Dundee. Er kam Ende letzten Jahres mit einem Englischvokabular von 2 Sätzen. Am Anfang hat er auch nicht geredet. Dann irgendwann wurden es einzelne Worte, die er immer wieder mal dazwischengeworfen hat. Und mittlerweile spricht er sogar ganze Sätze mit uns! Geschenkt haben wir ihm einen Goldfisch. Kam davon weil Sandra immer “golden fish” anstatt “gold fish” sagt. Und jetzt ist der kleine PJ (Pierrick junior) ein Teil des kleinen Franzosenhaushaltes im Dundeer Stadtzentrum. Was bei Franzosenparties natürlich nicht fehlen darf ist – 1 Mal dürft ihr raten – natürlich ESSEN. Das, worum sich die Welt des Franzosen dreht. Früher heute und wahrscheinlich auch in ferner Zukunft. Gottseidank gibt es nicht so viele Franzosen wie Chinesen, weil sonst würde ich für unsere Essensvorräte auf der Erde ziemlich schwarz sehen! Es gibt auch 2 Möglichkeiten, wie PJ sich entwickeln wird. ENtweder er kriegt genauso viel Essen wie die Franzosen und stirbt an Fettsucht oder die Franzosen essen sein Futter auch noch und er stirbt am Hungertod (Achtung Ironie!). Armer PJ. Ich erläutere eich mal den Nachmittag/Abend.

  • Ankunft um 6. Schweizer Schokobollen zur Überbrückung bis der Kuchen kommt.
  • Dann 2 verschiedene Kuchen und eine selbstgemachte Mousse au chocolat. Muss man natürlich alles probieren. War seeehr lecker, deshalb war der Teller leer und mir war schlecht
  • Dann kamen direkt danach Chips auf den Tisch, weil der süße schock beseitigt werden musste. Salziges muss her! Jeder hat 1-2 kleine Chipspäckchen verdrückt
  • Dann kam schon die Pizza in den Ofen. 9 Pizzen für 14 Leute. Effekt: Alle rappelvoll, niemand kann mehr laufen.
  • Danach die 2.Kuchenrunde für alle, die die erste Runde verpasst hatten und für die, die noch immer nicht komplett fertig sind.
  • Zum Abschluss dann Chipsreste und zur Verabschiedung schweizer Schokobollen. GOTTSEIDANK hab ich so einen langen Heimweg! Der hat die Lage wenigstens ein bisschen entschärft.

Einen Fehler hab ich noch gemacht. Ich hab mal die allgemeine Frage in den Raum geworfen, ob man denn Goldfische eigentlich essen kann. Ich hoffe, ich habe damit nicht den Franzosen eine Idee in den Kopf gesetzt. Man weiß ja nie, die essen ja auch Shcnecken und Frösche. Und wenn die mal mit leerem Kühlschrank in der Wohnung sitzen… :-)

So, nun aber zu der Woche mit Besuch! Wenn ich ein Mann wäre, dann würde ich jetzt sagen: War nett. Punkt Aus Amen. Aber da ich kein Mann bin, quatsch ich einfach mal drauf los :-)

Dani kam für eine Woche zu mir. Montag Abend bis Montag früh. Das Programm war folgendes:

  • Montag Abend: Pub mit den Franzosen und dem Griechen
  • Dienstag: Ich Uni, Dani auf Dundee-Fototour, Abends kocht Dani Asiapfanne für die WG, quasi als Miete für die Woche
  • Mittwoch-Freitag: Tour mit gemietetem Auto (In Richtung Atlantikküste und Loch Lomond)
  • Samstag: Dunottar Castle und Felsen von Arbroath (Nordseeküste)
  • Sonntag: Edinburgh-Tag, Übernachtung im Hostel
  • Montag: Abreise Kaddi in Richtung Norden und Dani in Richtung Süden

Zum Montag gibts eigentlich nicht viel zu sagen. Dani hat mal bisschen Nik kennengelernt und ich hab ausnahmsweise mal nicht mit ihm gestritten/diskutiert. Im Pub-Quiz haben wir total versagt, es war uns sogar so peinlich, dass wir unsere Lösungen nichtmal abgegeben haben.

Zum Dienstag gibts auch nicht viel zu sagen außer: Ich mag meinen E-Business-Professor seit Dienstag SEHR gerne, gute Aussichten auf eine gute Note. Und das Essen war LECKER, wie immer, wenn der Herr am Herd steht.

Am Mittwoch wirds schon interessanter zum Berichten. Wir haben ein Auto gemietet. Ja, einen RECHTSLENKER!!!

Dani musste fahren, weil ich mit meinen 22 Jahren noch unter die Kategorie “Fahranfänger” zähle und 70Pfund extra gekostet hätte. Er hats aber super hinbekommen und mit meinen schlauen Kommentaren immer kann ja auch nichts schiefgehen. Die Tour sah so aus:

Rot: Mittwoch; Blau: Donnerstag; Gelb: Freitag

Am Mittwoch hieß unser Etappenziel Tobermory (2. schwarzer Bobbel auf der Karte) auf der Insel Mull. Die Reise dorthin führte uns an mehreren Lochs vorbei und ein paar Highlandkühe sind uns auch noch begegnet. DIESE TIERE!!!! Sowas cooles hab ich noch nie gesehen!!!

In Oban (Erster schwarzer Bobbel auf der Tour) haben wir noch ein bisschen Zeit gehabt zum uns die Stadt anzusehen. Da gibts ein halbfertiges Amphitheater. Das ist aber eher ein Park, weil der Bauherr keine Kohle mehr hatte, als die Mauern fertigwaren.

Dann gings auf die Fähre nach Craignure auf der Hebrideninsel Mull. Tobermory ist ca. 30km entfernt. Und diese 30km bestehen aus Single Track roads. Eine kleine Herausforderung für jeden Linksfahranfänger, aber wieder wurde das wunderbar gemeistert mit unserem kleinen Chevrolet. In Tobermory angekommen hieß es: Tankstellensuche und Übernachtungsmöglichkeitssuche. Die Tanke wurde schnell gefunden und ein kleines B&B direkt am Hafen auch. Nur zum Verständnis. Eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden ist einfach, aber eine, die den Geldbeutel nicht sprengt, ist nicht so einfach. Wir haben dann ein Twinroom bekommen mit Frühstück für 25Pfund. Und das Frühstück war genial. Der perfekte Einstieg in Danis neues Lebensjahr. Er hatte ja am Donnerstag Geburtstag. Das war ein Original Britisches Frühstück mit Spiegelei, Bratwurst, gebratener Tomate und Pilzen und einer fetten Scheibe Speck. Zur Vorspeise gabs Toast und Müsli. Das Geld wars auf jeden Fall wert! Frisch gestärkt gings dann auf eine kleine Inseltour. Wir sind einfach bisschen rumgefahren auf der Suche nach ein paar netten Motiven. Das Highlight waren 2 tolle Burgen, ein riesiger Baum, 2 Schiffswracks, Schäfchen auf der Straße und wieder Highlandkühe. Diesmal von ganz nahe!

Ich weiß nicht, was mich an den Dingern so fasziniert, aber die haben irgendwas an sich. Da will man denen stundenlang beim Essen und Trinken zuschauen. Meine neuen Lieblingstiere.

Nach der kleinen Inseltour gings wieder auf der Fähre zurück nach Oban. Von dort aus peilten wir das nächste Etappenziel an. Rowardennan am Loch Lomond, wo wir ein Hostel gebucht haben. Auf der Reise machten wir ein paar Zwischenstops um Wikingergräber zu besichtigen (kleines Dörfchen namens Tarbet), die wir nicht fanden und ein paar penibel gepflegte Kleingärten anzuschauen, die wir auch nicht fanden (Luss). Komischer Reiseführer… :-) Aber wenigstens waren wir bei der Suche nach einer Tankstelle und eines Supermarktes erfolgreicher. Die Frau im SPAR bescherte Dani sogar ein weiteres Geburtstagsgeschenk, indem sie ihn nach seinem Ausweis fragte, als er Bier kaufte. (In GB gibt es die Regel, dass man nach dem Ausweis fragen muss, wenn die Person jünger als 25 aussieht). Nein, ich habe die Frau an der Kasse NICHT bestochen, dass sie ihm so ein Kompliment macht :-D

Auf der Weiterreise nach Rowardennan wurden die Straßen wieder eng und wir mussten wieder paarmal schwitzen, wenn uns die fetten Autos entgegenkamen und mal wieder nicht ausweichten. Typisch Schotten halt! Wir haben uns dann immer als Touris geoutet und sind ausgewichen. Das Hostel ist in traumhafter Lage, direkt am Loch Lomond (3. kleinster schwarzer Bobbel auf der Karte). Der Steg direkt vor dem Hostel!

Nach einer Nacht in etwas unkomfortableren Verhältnissen (das Hostel sieht von außen besser aus als von innen) beschlossen wir, auf den Ben Lomond zu steigen. Der 974m hohe Berg kann normalerweise in 5-7h bestiegen werden (incl. Abstieg). Wir machten das natürlich in 4h. War aber knüppelhart stellenweise, da Rowardennan auf ca. 4 Höhenmetern liegt, kann man berechnen, wieviele Höhenmeter wir steigen mussten!!!! 970m!!!!!!! Aber die Aussicht hat für jeden schweren Atemzug entschädigt, war einfach der Hammer. Hier ein paar BilderLoch Lomond in Richtung Süden

Auf dem Gipfel angekommen (ich musste mich auch zensieren, die Sonne hat geblendet)

Abstieg

Das da hinter den Wolken ist Loch Katrine. Dooferweise sieht man nichts davon :-)

Nach einer kurzen Erholung gings dann auf den Heimweg zurück nach Dundee. Dort lagen wir ein bisschen in den Baxter Park weil das Wetter immer noch toll war.

Am Samstag war dann Arbroath und das Duntottar Castle dran. Oder eher nur das Dunottar Castle. Es lief ein bisschen schief. Entgegen meinen Planungen verpassten wir den Bus wegen eines kleinen Bushaltestellenmissverständnisses. 1. Zeitverlust. Dann nahmen wir einen Bus nach Arbroath um den nächsten Bus pünktlich zu bekommen. Das klappte! In Stonehaven angekommen, führte uns ein kleiner Fußmarsch zum Castle, der unseren Muskelkater bisschen abklingen ließ. Das Castle ist der Brüller! Hammer Teil!

Es war einmal der sicherste Ort Schottlands im Mittelalter, deshalb wurden die Kronjuwelen eine Weile lang dort aufbewahrt. Innen waren halt noch ein paar Ruinen, aber man konnte sich so richtig vorstellen, wie die da mal gelebt hatten. Dann beim Rückweg der 2.Zeitverlust. Ein von uns für eine Abkürzung befundener Weg hat sich als ziemlicher Umweg herausgestellt und so mussten wir schon wieder einen Bus verpassen. Das hatte aber auch was Gutes. Wir entdeckten das Caramel Shortbread, ein Kaffegebäck. Unglaublich lecker! Beim Warten auf den Bus entschieden wir uns dann, dass wir für heute genug gelaufen sind und den Felsen von Arbroath keinen Besuch mehr abstatten. Drum ließen wir den Abend mit einem leckeren Essen im Pub ausklingen. Für Dani gabs Steak mit Haggis und Whisky dazu und für mich das gleiche in nicht-schottischer Variante. Steak ohne Haggis und eine Cola dazu. Komischerweise schmeckte Dani das Haggis sogar, weil dieses Haggis ihm nicht den ganzen Hals verpfeffert hat wie bei mir damals am Burns Supper. Es gibt also auch die milde Variante!

Am Sonntag war unser Stadttag! Edinburgh stand auf dem Plan. Erstmal haben wir unsere Rucksäcke am Hostel abgegeben, dann gings auf den “Berg mit den Sachen” (Mama, danke für die Bezeichnung).

Der “Carlton Hill” ist ein Hügel mitten in Edinburgh mit vielen Denkmälern drauf und von dem man ne tolle Aussicht hat. Danach gings auf die Touristenmeile namens “Royal Mile”, wo wir uns bisschen über die Schottensouvenirs lustig machten. Wir liefen zum Grassmarket runter, wo man früher die Leute Exekutiert hat. Dann gings ins House of Illusions & Camera Obscura, das war mal spitze!!! Die Camera Obscura ist eine 150 Jahre alte Kamera mit der man ganz Edinburgh überblicken kann. Die Kamerashow wurde von einem Mädel in eine Art Edinburgh-Stadttour verwandelt. Die beeindruckendste Geschichte war (mal wieder) eine Hexengeschichte. In EDI gibts einen See, der in den 60er Jahren ausgepumpt wurde. Darin fand man ca 300 Frauenleichen oder das, was davon übrig ist. Früher hat man den Hexentest gemacht, indem man die Frauen ertränkt hat. Wenn sie ertrunken sind, war das der Beweis, dass sie keine Hexen sind und wenn sie wieder hochgekommen sind, wurden sie bei lebendigem Leib verbrannt, weil das die Bestätigung war, dass sie Hexen sind. Hart!

NAch der Show schlenderten wir duchs House of Illusions. Hier mal ein paar Eindrücke, das kann man nicht beschreiben!

Meine Hände ziehen die Lichtquelle an

Ich kann meine eigenen Hände schütteln

Die Kreuzung aus Dani und Kaddi. Also quasi “Kani” oder “Dadi” :-)

Schwein Kaddi auf dem Bratteller

WER ist hier größer??

Das waren quasi die Highlights des Hauses. Echt coole Ideen haben die! Hier noch eine Collage, wir haben an so nem komischen Simulator rumgespielt.

Links oben Kaddi als Baby, rechts daneben Dani als Baby. Darunter Kaddi mit 70, rechts daneben Dani mit 70 Jahren. 2.Spalte: Kaddi als Mann und rechts daneben Dani als Frau. Darunter Kaddi als Afrikanerin und rechts daneben Dani als Afrikaner.

Ich wär ein schöner Mann, gell? :-)

So, das wars eigentlich schon wieder! Wie ihr sehen und lesen konntet, hatten wir ne tolle, abwechslungsreiche Woche und nun muss ich langsam für die Prüfung nächste Woche lernen und Dani arbeitet wieder. Und in 3 Wochen bin ich wieder Deutsche INLÄNDERIN. Mann, wie ich mich darauf freue. Aber jetzt wird erstmal bisschen gelernt. Sonst muss ich im August nochmal nen Flug buchen, wenn ich zur Wiederholungsprüfung antreten muss. Nein Danke!

Kurzgeschichte einer Nomadin

Weil in der letzten Woche außer ein paar Aktivitäten nicht viel vorgefallen ist, widme ich diesen Eintrag heute mal mir. Gott, das hört sich voll egoistisch an, aber im Prinzip gehts ja immer um mich hier. Drum wundert es mich auch immer wieder, dass ihr echt bis jetzt am Ball geblieben seid und mein Zeug so fleißig lest. Der Eintrag heute wird aber nicht sehl lange denke ich. Wobei ich ja am Anfang nie weiß, wie lange mein Eintrag am Ende wird. Das ist alles ziemlich spontan hier. Ich genieße die Freiheit, einfach loszuschreiben ohne irgendwelche Vorgaben eines Deutschlehrers über Einleitung-Hauptteil-Schluss und am besten auch noch Stilmittel benutzen. Metaphern, Anaphern, Alliterationen und wie sie alle heißen. Aber neeeee, die Zeiten sind vorbei!

Also, wie schon angekündigt. Heute schreib ich mal bisschen, wie ich mir so vorkomme und was ich darüber denke. Wie ihr wisst, hab ich 21 Jahre lang im gleichen Haus im gleichen Ort im gleichen Landkreis im gleichen Bundesland im gleichen Land gewohnt. Nettes Dorf, behütete Kindheit, tolle Nachbarschaft, die mir trotz einiger “Straßenkriege” ein tolles Freizeitleben neben Kindergarten, Grundschule und Gymi beschert hat. Mitgliedschaft in Vereinen, dadurch regelmäßige Termine neben der Schule. Alles mal ausprobiert. Leichtathletik: Zu athletisch für mich. Geräteturnen: zu großer Leistungsdruck, dennoch 7-8 Jahre durchgehalten. Rock’n'Roll: Kann nicht tanzen, kein Rythmusgefühl. Aerobic: verreckt anstrengend! Tennis: man muss ganz schön vie rennen, aber immerhin hab ich da bisher 16 Jahre lang durchgehalten und immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass ich irgendwannmal gut werde. Musikverein: Mittlerweile 11 Jahre und auch noch dabei. Trotz ziemlich dürftigen Übesessions zu Hause, weil man ja die gute Nachbarschaft beibehalten will. Landjugend: Auch schon eine Weile dabei, hat mir bisher sehr viel Spaß beschert und auch sehr viele Nerven gekostet. So ne Dorfrallyeorganisation ist auch kein Kinderspiel. Ihr seht also, ich bin voll drin im Ort, hab Familie, Freunde alles was ich brauche hier. Finde sogar ungewollt einen Studienplatz in erreichbarer Nähe. Aber es zieht mich raus. Seit dem Abi. Einfach mal ausprobieren, was da draußen außerhalb meiner Postleitzahl so los ist. Und schauen, ob ich was komplett neues aufbauen kann. Komplett alleine ohne Freunde/bekannte die mitgehen. Und wenns nicht klappt, hab ich ja mein Leben im Dorf wieder. So gings also im Februar 2011 nach Stuttgart. Nicht allzuweit weg, aber dennoch weg. Großstadt. Oje, was will ich da? Lauter Schnösel, ich in ner riesigen Firma, wo jeder die teuersten Autos fährt. Und mittendrin Studentin Kaddi, die sich nichtmal einen Smart leisten kann. Überraschenderweise hab ich mich dort sehr schnell integriert, hab meinen Dialekt versteckt und mich als intellektuelle Stadtfrau verkleidet. Jeden Tag mit Blazer und Blüschen. Eigentlich ja gar nicht mein Ding. Aber das hat irgendwie Spaß gemacht, den halben Tag jemand anders zu sein als am Abend. Und irgendwann hab ich sogar selber gedacht, dass ich der Mensch bin, den ich da jeden Tag zeige. Naja, innerlich hab ich mich nie verändert, aber die Oberfläche war schon anders. Und irgendwann ist mir aufgefallen, dass die in dem Unternehmen ja gar nicht alle Hochdeutsch reden. Und dass gar nicht jeder Jeanshosenlos rumläuft. Und dann kam der Umsturz. Da hab ich mein umfeld langsam aber sicher an meinen Dialekt gewohnt und es ging. Die übeldialektischen Wörter sollte man in so einer Situation natürlich vermeiden, aber man hat trotzdem deutlich gehört, wo ich herkomme. Und so war ich der gleiche Mensch in einer Großstadt wie im Dorf. Ich glaub, das schafft nicht jeder und ich habs ja auch nicht gleich geschafft. Aber darauf bin ich stolz. Und ich hab alles von Grund auf neu aufgebaut. Ich hab mir die Wohnheimleute gesucht, gegen die ich Abends im Tischkicker verlieren konnte, die, mit denen ich Germanys Next Topmodel angeschaut hab. Einfach nur aus Zeitvertreib, weil nichts anderes kam. Die Praktikantenkollegen, mit denen man jeden Tag zum Mittagessen geht und abends mal in eine Bar. Aber Tennis hab ich da drüben nie gespielt. Und das Sax bleib auch zu Hause.

Und dann kam Schottland. Oder bzw. erstmal ein Monat zu Hause. Es war zwar alles wie immer, aber trotzdem wars halt so eine Art Zwischenstop. Hat sich quasi gar nicht gelohnt, die Koffer auszupacken, weil es ja sowieso dann wieder weiterging. Dann aber nicht in eine Stadt aus der man schnell mit dem Zug wieder nach Hause fahren konnte. Diesmal eine Großstadt in einem anderen Land. Ihr seht die Steigerung. Und diesmal hab ich von Anfang an nicht versucht, mich zu verändern. Aber das funktioniert nicht. In einer gewissen Weise muss man sich anpassen. Mit Schwäbisch kann ich hier ncht kommen :-) Aber nicht nur sprachlich. Wer hier in Schottland den deutschen Lebensstandard erwartet, der wird enttäuscht. Das wusste ich gottseidank schon vorher. Drum macht mir das ekelig grüne Bad auch nicht so viel aus. Es dient aber halt eher als Bad und nicht als Raum, in dem man sich gerne aufhält. Und jedes Mal, wenn man was Negatives entdeckt, dann hält man an dem Gedanken fest “Ist ja nicht für ewig, ich komm ja wieder heim”.

Jetzt könnt ihr euch vielleicht minimal vorstellen, wie sehr ich mich auf den 25.04. freue. ENDLICH mal Koffer auspacken und für ne Weile ausgepackt lassen. Es lohnt sich endlich wieder, den Koffer richtig zu verstauen. Es lohnt sich, das Badzeugs aus dem Kulturbeutel zu nehmen und ihn aufzuräumen und zu verstauen. Endlich mal ALLES an einem Ort (oder zumindest an 2 verschiedenen Orten, die aber nur 400m anstatt 2000km voneinander entfernt sind) haben! Sich einleben, die Verine wieder besuchen, Alltag reinbringen. Nicht wieder von Null anfangen. Nicht JEDEN verdammten Tag neue Leute kennenlernen. Nicht jeden Tag den beschissenen Satz “How are you” hinter der Begrüßung hören müssen und ihn jedes Mal mit dem gleichen Satz beantworten müssen. Einfach mal ANKOMMEN und BLEIBEN! Ich weiß, das hört sich alles so an, als ob ich seit Jahrzehnten durch die Weltgeschichte reise, aber mir kommts echt so vor, als ob ich seit Ewigkeiten keinen richtigen festen Wohnsitz mehr habe. Und das ist scheiße. Aber es ändert sich ja bald. Und trotzdem bereue ich keinen einzigen Schritt. Die ganzen Erlebnisse/Eindrücke/Leute, die ich kennengelernt habe, sind echt goldwert und auch wenn es mega anstrengend ist, sich jedes Mal was von Null aufzubauen und nen neuen Freundeskreis zu bilden, sich zu orientieren, wo gehe ich einkaufen, wo krieg ich das günstigere Fleisch/Brot/Glühbirnen/wasweißichwas, es hat mich alles stärker gemacht und ich weiß, dass ich heimkommen kann. Und nicht weil ich versagt habe, sondern weil ich mir was bewiesen habe. Trotzdem bin ich natürlich überglücklich wenn ich heimkomme und nicht wieder von Null anfangen muss, weil da meine alten Vereine und Hobbies auf mich warten. Meine Freunde und Bekannten kennen mich hoffentlich noch und ich kann einfach da weitermachen, wo ich aufgehört habe, als ich gegangen bin. Zu Ende studieren, Abschluss feiern, Arbeit finden, Arbeiten, Bafög abzahlen, Kinder kriegen. Das Standardprogramm, aber eben genauso perfekt auf mich zugeschnitten, wie ich es will.

Oh mann, ich wundere mich grad selbst wegen meiner Tiefgründigkeit, die ich hier mal wieder an den Tag lege. Aber naja, muss auch mal sein. So neben dem ganzen fröhlichen Wahnsinn der hier so vor sich geht. Aber in nächster Zeit ist Uni als Priorität angesagt. Das aber dann erst wieder, wenn Freund Daniel auf dem Rückweg ist. Der besucht mich zum 2.Mal hier in meiner bescheidenen Bude und ich mach jetzt einfach weiter mit mich darauf freuen, dass er endlich hier ankommt. Am Montag dann. In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

 

Liebe Pärchen, GEHT MIR AUS DEM WEG!!!

Hallo allerseits! Neue Woche, neuer Bericht von mir. Wie immer will ich euch natürlich auf dem Laufenden halten, was bei mir grad so los ist. Und dazu zählen diese Woche (bzw. letzte Woche) einen Haufen Aktivitäten. Hier mal ne kleine Übersicht über was ich heut so schreibe:

  • Freitag: Besuch in der Kirche. Ein etwas anderes Kirchenkonzert (Doghouse Dundee)
  • Samstag: Zoo Edinburgh und “Ghost tour”
  • Montag: Die Zwillingsschwester vom Schwätzer Nik ist zu Besuch
  • Donnerstag: Rocky Horror Picture Show im Unikino

1. Freitag: Doghousebesuch. Das Doghouse ist eine der Kirchen, die die Schotten nicht mehr halten konnten und deshalb an einen netten Barbetreiber verkauft haben. Der hat daraus das Doghouse gemacht und lädt alltäglich zu Konzerten ein. Es sind meistens lokale Berühmtheiten da, die ein bisschen auf der Bühne rumhüpfen und das Publikum beglücken. Am Freitag sind wir da mal hin. Davor noch bisschen zum “Vorglühen” (das steht in Anführungszeichen, weil es ohne Alkohol glaub gar nicht so heißt, Anya und ich fasten ja Alkohol) in einen Pub. Da hab ich dann schrecklicherweise erfahren, dass es ein PÄRCHENABEND wird. Also quasi 3 Pärchen und ich quasi als 7. Rad an einem 6-Rad-Tandem. Super Aussichten. Als ich das erfuhr, hab ich mir zwanghaft gewünscht, die Sache mit dem Alkohol fasten nicht durchzuziehen, weil 3 Pärchen auf einmal mit Alkohol einfach besser zu ertragen sind. Ich weiß, ich rede grad von Pärchen, als sei das irgendeine eklige Spezies, die ausgerottet gehört. NEIN! Aber wenn man eigentlich Teil eines Pärchens WÄRE es aber grad nicht pärchenmäßig unterwegs sein KANN, weil sich der andere Teil ca 2000km südöstlich rumtreibt, dann ist es echt schrecklich, so viele glückliche Pärchen zu sehen. Und vor allem ist es schrecklich, einen Abend mit ihnen zu verbringen – alkoholfrei. Ok, Anya und Nik sind ja eigentlich kein Pärchen – offiziell. Aber das ändert nichts an ihrem Pärchenverhalten und das ist dann genauso schlimm als ob sie ein offizielles Pärchen wären. Dann waren da noch Colin, ein Bandkollege mit neuer Freundin und Andy, auch ein Bandkollege von Nik mit Freundin. Ich will jetzt aber nicht deprimiert klingen, der Abend war trotzdem nett, ich hab mir meine gratis Ohrenstöpsel in die Ohren gesteckt und den Bands zugehört, eben so wie es alle gemacht haben und hab es mir nicht anmerken lassen, dass ich nicht so wie die anderen Gäste bin. Ich sag nur “Keine Macht den Drogen”. So wie manche da vorne an der Bühne rumgeturnt sind, das geht ohne Hilfsmittel gar nicht. Aber mein Gott, solange ich damit nichts zu tun habe… Um 12 war die Party dann zu Ende und wir sind heim. Diesmal ohne Stress, Anya ist mit mir heim und deshalb musste ich mich nict wieder mit Nik streiten, wenn ich alleine heimlaufen will. Nach dem Abend hab ich mir geschworen, nie wieder mitzugehen, wenn nur Pärchen dabeisind und ich alleine bin.

Dieses Vorhaben war leider mal wieder total unkonsequent, weil direkt am nächsten Tag der Trip nach Edinburgh anstand und dieser Trip hat sich kurzfristig auch als Pärchentrip rausgestellt, weil ein paar Stunden davor alle nicht-Pärchen abgesagt hatten. Außer ich. Diesmal war ich aber nur mit 2 anderen Pärchen unterwegs, ich war also das 5.Rad am Wagen. Nik und Anya und unsere französischen Freunde Sandra und Pierrick. Und wie Pärchen eben so sind im Zoo, so haben sie sich aich verhalten “oooh, schau mal Schatziputzi, wie süüüüüüß dieses Tierchen ist. Woher kommt das denn. Ahhhh, aus Madagaskar, ooooh wie eklig, schau mal…. das isst seine eigenen Kinder wenn sie nicht schnell genug sind um davonzulaufen balblablablabla”. Ich weiß, ich übertreibe :-) Der Mittag im Zoo war ok. Ich war aber bisschen enttäuscht vom Zoo selbst. Keine Giraffen, keine Elefanten, keine großen Nilpferde (nur kleine). überhaupt keine Fische, keine ekligen Spinnen. Die Koalabären (meine Lieblingstiere) haben sich hinter ihren Bambusbüschen versteckt und für den neu nach Edinburgh gekommenen Riesenpanda musste man extra zahlen. Und die Tiere, die da waren und wir sehen konnten, haben sich entweder versteckt (das Wetter war auch nicht schön) oder sie sahen total unglücklich aus. Und das zieht mich ja noch mehr runter. Somit haben wir knapp über 10 Pfund gezahlt um ein paar leere Käfige zu bestaunen. Achja, die Wildkatzen waren aber ganz gut, um noch einen positiven Aspekt zu nennen. Tiger, Puma, Gepard, Leopard. Sehr cool! Und die Pinguine auch! Jetzt weiß ich auch, dass das Aussehen des Pinguins Ridley aus “Rudolph mit der roten Nase” gar nicht erfunden ist , sondern dass es wirklich eine Pinguinart gibt, die so gelbe Haare haben (snares-pinguine).Wenn ich jetzt mein Datenkabel fürs Handy hierhätte, würd ich euch natürlich ein paar Fotos reinstellen. Ich hätte sogar eine Art Tierhintern-Rätsel für euch. Aber dooferweise kann ich die Bilder nicht vom Handy auf den Computer rüberbeamen… Hier aber ein paar Bilder von Sandra:

Als wir aus dem Zoo rauswaren und Anya nach ca. einer halben Stunde Fahrt durch Edinburgh City endlich einen Parkplatz fand (in die Parkhäuser hat der VW-Bus von der Höhe her nicht reingepasst), entschieden wir uns für Fish and Chips als Abendessen und einen kleinen Umtrunk in einem Pub zur Überbrückung der Wartezeit auf die Geister-Tour. Wir waren alle gespannt, was uns erwarten würde, Nik hat so ne Tour schonmal mitgemacht und gesagt, dass er es otz gruselig fand. Uns erwartete dann um 8 Lauren, eine junge Frau mit mega Organ und Mittelalterkleidchen und rotem Umhang wie der von St.Martin nur halt mir so einer Ku-klux-clan-Kapuze (zumindest so ähnlich :-) ) Halt dass es bisschen grusliger aussieht. Sie hat uns dann an 2 verschiedenen Stellen in Edinburgh bisschen was erklärt. Für uns war es allerdings nicht so gruselig, weil wir nichts verstanden hatten. Also nur zum Klären: Die Edinburgher haben fast ein Hoch-Englisch. Nur die Leute aus Dundee haben so nen schrecklichen Akzent. Aber der Lauren hat man totl angemerkt, dass sie die Tour schon 1000x gemacht hat, weil sie so schnell redete, da konnte mein Gehirn leider nicht folgen. Dann kamen wir ins Foltermuseum. Ein Raum voller Mittelalterlicher Folterinstrumente. Da hab ich mir nur gedacht: Mann, wieso konnte denn da der Mann nicht einfach mit seiner Frau glücklich zusammenleben ohne dass er ihr die Zunge abschneiden wollte oder sie ihm eine Hand abhacken wollte. Komisch, diese Mittelalterleute. Nach dem Foltermuseum verloren wir eine Person aus der Gruppe, die wurde ohnmächtig. Ich dachte allerdings, dass das nur eine Schauspielerin ist, die uns bisschen Angst machen will vor dem, was uns noch bevorstand. Wir gingen nämlich in die Untergründe von Edinburgh, ein paar alte Kellerräume (mir fällt grad das deutsche Wort dafür nicht ein) ich denke aber, ihr könnts euch vorstellen. Mit nassen Wänden und so. Da erzählte sie uns wieder ein paar Geister und Hexengeschichten und erschreckte uns bisschen mit ihren Taschenlampen- und Dunkelheitsspielchen. Eigentlich eine tolle Idee. Ein paar Kellerräume herrichten, ein Mittelalterkleidchen kaufen, ein paar Geistergeshichten auswendig lernen und schon hat man einen tollen Job. Wenn ich denke, dass die 8Pfund pro Kopf verlangen, dann hat sich die Tour gelohnt, es waren ca. 30 Leute in der Gruppe. Und die machen das ja mehrmals am Tag!!! Also falls irgendjemand einen Kellerraum hat, den er nicht mehr braucht, bitte bei mir melden!! Am besten in Dettingen, dann hab ich es nicht so weit zur Arbeit :-) Also wie gesagt, für mich wars nicht so spannend oder gruselig, ich glaub an so ein Zeug nicht und die Energie ist auch jetzt schon weg (die hat gesagt, man hat noch 4 Tage lang Energie und es gab schon Leute, die hatten innerhalb der 4 Tage 3 Kratzer auf dem Rücken – uuuuuuhh). Also bei mir hat sich bisher kein Geist gemeldet!! Das witzige war aber, Nik glaubt anscheinend wirklich an den Kram. Als Lauren gesagt hat, dass wir vorsichtig sein sollen, wenn wir die kellerräume betreten, weil viele Leute ihr schon erzählt hätten, dass sie das Gefühl hatten, dass da jemand im Raum ist, da hab ich dann als wir unten waren, zu Nik geflüstert “He Nik, ich hab das Gefühl, da ist noch jemand im Raum!” Dann er “oooh, Kathrin hör auf damit!” und ihm ist es glaub eiskalt den Rücken runtergelaufen. Dabei wollte ich ja nur sagen, dass ich das Gefühl habe, dass da noch 30 andere Leute im Raum sind. Eben die anderen Leute aus unserer Gruppe!!! VERARSCHT. Nach der Tour gab es noch einen gratis-nach-Schreck-Whisky. Manche brauchten den glaub wirklich! Das witzigste war Sandras Spruch, als sich alle von dem Schrecken erholt hatten, als auf einmal ein Schauspieler durch die gänge gerannt kam und uns erschreckt hat. Da sagte Sandra nur “wenn wir sowas in Frankreich hätten, würden wir darin Käse produzieren” Die Franzosen wieder, denken IMMER nur ans Essen.

Jetzt noch ganz kurz zu Marina, die Zwillingsschwester von Nik. Die beiden sind ja aus künstlicher Befruchtung entstanden und sehen sich daher sowasvon gar nicht ähnlich, also 2-eiig. Nik musste sich anscheinend von allen seinen Bandkollegen anhören, als er fragte, ob die beiden sich ähnlich sehen “Marina ist hübsch und du bist hässlich”. Armer Nik :-) Wir gingen zusammen in nen Pub und danach zu Nik in die WG. Fazit: KEIN Pärchenabend, nette Stimmung, nette Leute.

So, als letztes Thema noch die Rocky Horror Picture Show. Ich hab den Film einmal zu Hause gesehen und den Sinn sowas von gar nicht kapiert. Den Sinn des Films hab ich seit gestern auch nicht besser drauf, aber jetzt kann ich wenigstens ein paar Sätze mehr vom Film verstehen als beim letzten Mal (der Film läuft ja bei uns auch auf Englisch). Wie immer in dem Freizeitzentrum der Uni war kaum was los, aber die die kamen, waren alle verkleidet. Außer uns vieren. Anya, Sandra, Cedric und ich. Und die die verkleidet waren, konnten jedes Wort bei den Liedern mitsingen. Und taten das auch. Und bei “Time warp” tanzten sie auch mit. War sehr cool anzusehen, richtig tolle Stimmung. Wenn der Saal voll gewesen wäre, hätten wir vielleicht auch unsere Beine geschwungen, aber wir haben den paar Leuten lieber von der Ferne zugeschaut. Danach gings gleich nach Hause weil alle ziemlich müde waren.

So und heute bleib ich mal zu Hause, ich muss mir heut Abend unbedingt den Tatort von letztem Sonntag anschauen, ich kann das ja nur übers Internet machen und wie ich vor kurzem festgestellt habe, läuft der Tatort im Internet nur von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens, weil der erst ab 12 Jahren freigegeben ist. Freu mich schon voll drauf! Und morgen Abend gehts auf einen typisch Schottischen Abend, dazu dann nächste Woche mehr!! Machts gut, eure Kaddi

Kinder können grausam sein. Aber auch sooooo süüüüüüüß!

Hallo! Weil es diese Woche eigentlich nicht viele Neuigkeiten gibt, weil ich mich vorwiegend mit der Uni, meinem Bett, meiner Nahrung und Facebook beschäftigt habe, schreibe ich diese Woche mal einen kleinen Bericht über die Kinder, die ich allwöchentlich Mittwochs mit meiner Anwesenheit beglücke. Dazu möchte ich euch ein paar Leute vorstellen. Erstmal Mikie. Er ist der KidsClub-Manager. So ca. 30, jugendlich angezogen, guter Erzieher, netter Chef. Ich verstehe ihn nur nicht, drum kann ich euch auch nicht mehr zu seinem Charakter sagen. Manchmal denke ich, dass es schonmal interessant wäre zu wissen, wie viel mehr ich über die Leute wissen würde, wenn ich sie verstehen würde. Die können mir echt erzählen, dass sie letzte Woche einen Menschen ermordet und zusammen gegessen haben, ich würde nicht wegrennen!!! Ich lächle immer und hoffe, dass das die erwartete Reaktion war. In dem Fall wär das eher die falsche Reaktion :-) Carlie, die Angestellte, hab ich langsam durchschaut. Die hat einige Schlüsselwörter, wenn ich die höre, dann weiß ich wenigstens wie ich reagieren muss. Sie ist aber auch noch die, mit der ich am meisten quatsche von den Erziehern und die die ich am besten verstehe. Z.B. wenn das Wort “Jacob” kommt, weiß ich dass ich die “oh, ist das lieb, was du da grad erzählst”-Miene auflegen muss, dann redet sie nämlich von ihrem Sohn. Wenn sie “Russia” sagt, dann weiß ich dass ich die Trauermiene auflegen muss, dann redet sie nämlich von der Fernbeziehung zu ihrem Freund, der grad in Russland arbeitet. So kömpfe ich mich durch den Mittwochnachmittag! Achja, den Unverständlichsten von allen hab ich euch noch gar nicht vorgestellt, das ist Raza. Ich weiß echt nicht, in welcher Berghöhle in den Tiefen der Highlands der geboren ist, aber VERDAMMT, der spricht ne komplett andere Sprache. Bzw. vielleicht würde ich den ja bisschen verstehen, wenn er nicht alles in sich reinnuscheln würde. Komischerweise verstehen die Kiddies ihn.

Wo wir auch schon bei den Kiddies wären. Der Ablauf ist jede Woche gleich. Ich komme um 3. Da sind alle 3 Erzieher da und quatschen über irgendwas, das ich nicht verstehe. Dann um 10 nach 3 kommt Max. Er ist Authist und ich muss immer mit dem Pistolen basteln und mich von ihm erschießen lassen. Aber er ist eigentlich ganz einfach zufriedenzustellen. Er könnte glaub 300Mal hintereinander meine Pistole zerstören uns würde immernoch einen Lachkramp davon kriegen. Also ist der ganz ok. Dann um 20 nach wirds lauter, da kommen nämlich die ganzen Nicht-Authisten (ich sag absichtlich nicht “normale”, weil die nicht normal sind :-) )

Meine häufigste Spielpartnerin ist Ellie. gerade 5 geworden (hier in Schottland kommt man ja schon mit 4-5 Jahren in die 1.Klasse) und ZUCKERSÜß. Aber ich tippe mal auch bisschen unterbelichtet. Aber das macht sie nur noch süßer. Mit ihr spiele ich ein Brettspiel, wo man eine Farbe würfelt und dann auf das nächste Feld dieser Farbe gehen muss. Kapiert sie nicht. Ich spiele mit ihr “Wackelturm” und sie kapiert nicht, dass man die 3 Steine immer in umgekehrter Richtung platziert. Hab ich ihr ca. 20x gesagt, ca. 3 Mal konnte sie es sich auch 5 Steine lang merken aber dann wars wieder rum. Bei “Wer ist es” hab ich es mittlerweile auch schon aufgegeben, ihr die richtigen Regeln zu erklären. Sie beschreibt immer nur eine Person, ich muss die Person immer suchen (ALLE Deckel sind zugeklappt) und dann freut sie sich immer wie eine Schneekönigin und ist mega überrascht, wenn ich die Person in meiner Palette finde. WAS für eine Überraschung :-) Aber ist ja nett, wenn die Kleinen so einfach zu begeistern sind. Quartett haben wir auch schon gespielt. Hat sie auch nicht kapiert. Bei dem Spiel ist mir dann auch bewusst geworden, dass sie bisschen unterbelichtet ist und es nicht nur an ihrem zarten Alter liegt. Da hat nämlich ihre gleichaltrige Klassenkameradin Maddie mitgespielt und die hat ihr die Regeln erklärt, aber gleich sowasvon perfekt, dass ih dachte “ok, entweder Maddie ist ein IQ-Genie oder Ellie ist nicht auf der Höhe”. Ihr dürfts euch aussuchen :-)

Nun zu Daniel. Er ist mein Lieblingjunge. Auch soooo lieb und wenn er mit mir spielt und seine Mama wagt es, ihn zu unterbrechen weil sie ihn abholen und nach Hause bringen will, dann wird er knatschig. Er lispelt ein bisschen und redet langsamer als normale (drum mag ich ihn auch so gern, weil ich so gut wie alles verstehe). Mit ihm hab ich vor kurzem Papierflieger gebastelt. Toll, wenn ich den Kleinen bisschen was beibringen kann mit meiner “german japanese Faltkunst”. Das war so ne typische Mädchen-Bubensituation. Wie aus dem Bilderbuch! Die Mädels malen ihre Flieger schön bunt an und was macht Daniel. Fragt mich, welche ob ein Düsenjet grau ist und malt den kompletten Flieger grau an. Er ist ein ganz lieber, wir aber nicht gemobbt, also der nette Mix. Die “bad boys” sind da z.B. Lennon, der wird mindestens 1. in den 3 Stunden meiner Anwesenheit zusammengemault oder muss eine Strafe machen. Und genau dieser ist mit Beth zusammen. Ja, sie sind ein Paar und wollen mal heiraten (Carlie hofft inständig, dass das nicht passieren wird). Beth ist 6 und quasi das Paradebeispiel eines komplett verzogenen Mädchens. Respektlos ohne Ende, beleidigend, aggressiv. Die wird mal Anführerin einer Mädchengang!! Ein Beispiel für Respektlosigkeit mir gegenüber:

  • Beth: “He, woher kommst du eigentlich?”
  • Ich “Aus Deutschland”
  • Sie geht weg und kommt irgendwann wieder
  • Beth: “He, was sprichst du für ne Sprache?”
  • Ich: “Deutsch”
  • Sie: “Und wieso bist du dann hier, wenn du Deutsch sprichst?”
  • Ich: “Weil ich englisch lernen will”
  • Sie geht weg und kommt irgendwann wieder, dann nimmt sie Daniel sein Papierflieger weg. Ihc hab meinem Lieblingskind dann geholfen, es ihm wiederzugeben, was fast in einem Kampf geendet hat. Die ist soo aggressiv. Und dann kam der Knallersatz: “Was denkst du eigentlich wer du bist, nur weil du polnisch oder so sprichst”
  • …und die wusste GENAU, dass mir das nicht gefällt, was sie da grad gesagt war, weil sie voller Erwartung gewartet hat bis ich ausflippe. Aber den Gefallen hab ich ihr nicht getan!!

Nik hat mich aber schonmal gewarnt vor den “fremdenfeinlichen” Ansichten mancher schottischer Kinder. Er selbst hat auch mal eine ziemlich witzige Begegnung mit einem seiner Schlagzeugschüler gehabt. Der Schlagzeugschüler hat nie geübt und irgendwann ist Nik auf Augenhöhe mit ihm gegangen und hat ihm eine kleine Standpauke gehalten und das einzige was er sagte, war “go out of my personal space”. Die Jugend heutzutage wird auch immer respektloser!

Nun weiter zum Kidsclub. Es gibt dann noch die “nicht mehr süßen” Kinder, eben die älteren. Und die erwarten immer gar nie, dass die Freiwilligen wie ich mit ihnen reden oder spielen, weil normal eben alle auf die süßen kleinen abfahren (kann gar nicht verstehen warum :-) ), Und die sind auch ganz witzig drauf, nur mit denen red ich nicht so oft, die reden mir schon zu intellektuell. Dann gibts noch eine Inderfamilie, von denen gehen 2 Jungs in den Club, das kleine Mädel geht wahrscheinlich noch in den Kindergarten, aber die hab ich gestern kennengelernt. Sooooooo süüüüüüüß, die hat mir dann das Minnie Maus-Lied vorgesungen. Die 2 Inder kenn ich hauptsächlich durch das Videospiel spielen. Nach 2 Monaten bin ich immer noch hilflos beim Mario-Spielen an der Wii. Ich kann das nicht und habe auch nicht viel Hoffnung, dass ich das irgendwannmal können werde. Da spiel ich doch lieber eine Runde “Wer ist es” mit Ellie. Da bin nämlich nicht ich die, die es nicht kann :-D Kennt Ihr das, wenn Kinder versuchen, einem was zu erklären, was für sie komplett einfach ist und ihr es einfach nicht versteht und dann denkt “Manno wie peinlich, eigentlich müsste es doch andersrum sein, also ICH müsste DENEN was beibringen, was für MICH ganz einfach ist!!”. Aber so ist es nicht und deshalb fahre ich immer noch in tödliche Fallen, weil ich denke, dass sie Punkte geben und vermeide Punkte weil ich denke es sind Gegner. Früher war das ja noch einfach mit der Bananenschale, aber jetzt, neeeee, jetzt ist ein Dino was Gutes und ein Pilz ist ganz bööööse!

So, jetzt hab ich keine Lust mehr zu schreiben und ihr habt vermutlich auch keine Lust mehr, zuzuhören. Ich werd nächste Woche wieder da hingehen mit der Aussicht auf tolle Storys und hoffen, dass ich mich nicht zu sehr an die Kinder gewöhne und sie sich nicht zu sehr an mich, dann läuft der Abschied in ein paar Wochen ohne Probleme ab!

Bis nächste Woche dann, CHEERS (in Verbindung mit einer Winke-Bewegung, zur Erklärung siehe irgendein früherer Beitrag)

 

“Houston, wir haben ein Problem”

Hallo liebe Leute, ich bin zurück im Schottenländle. Muss aber sagen leider. Die knapp 10 Tage waren zwar nett um wieder bisschen Heimatluft zu tanken, aber der Akku wäre jetzt schon wieder leer… Naja, ich werds aushalten und die Luft in Dundee ist ja auch nicht so schlimm. Meine Haare gewöhnen sich wieder ans chlorige Duschwasser und ich gewöhne mich wieder daran, dass ich nur die Hälfte verstehe von dem, was die Leute mir erzählen. Doof ist natürlich, dass ich jetzt den ganzen Stoff nachholen muss, weil ja blöderweise die Uni nicht gleichzeitig wie ich Urlaub genommen hatte. Aber das kriege ich auch noch hin. Es hat sich ja gelohnt. Es geht nichts über Deutschen bzw. Dettinger Fasching. Hier haben die sowas glaub gar nicht. Das einzige Anzeichen von Fasching, das ich hier in Dundee zur Kenntnis genommen habe sind 3 Faschingskostüme, die ein Haushaltsladen in einem Regal hängen hat. Die waren da an Halloween auch schon da! Aber drumrum waren an Halloween eben noch miliionen anderer grässlicher Kostüme. Ich meinte übrigens die “Sexy Army-braut”, das “sexy bunny” und “sexy Krankenschwestern”-Kostüm. Aber in Schottland wundert es mich nicht, dass die die Kostüme auch an Halloween verkaufen. Mit 3 Metern Bauchumfang sehen sogar diese Kostüme gruselig aus. Das haben übrigens meine Eltern auch sofort bemerkt, als sie mich hier besucht haben. Dazu aber später mehr. Zurück zum Dettinger Fasching, darüber gibts mehr zu berichten als zum Dundeer Fasching. Das Wochenende zu Hause startete am Donnerstag und endete am Montag. Sonntag war Verschnaufpause, ich bin ja schließlich nicht mehr so jung wie früher! (Ich weiß, für eine 22-jährige klingt das komisch, aber irgendwie merke ich schon einen langsamen Alterungsprozess, zumindest im Hinblick auf Durchhaltevermögen am Dettinger Fasching). Nach einem Ausflug in die Welt der Indianer, Steinzeitmenschen, Pinke Pankler und 80er-Jahre-Radfahrer war dann der Fasching auch schon wieder vorbei. War echt super, Euch alle mal wiederzusehen und einen oder 2 oder 3 mit euch zu trinken. Und eure Komplimente was meine Schreiberei hier angeht, haben mich echt fast plattgemacht. Hätte ich echt nicht erwartet, dass das Feedback so toll ausfällt und viele den Blog nicht nur als Informationsquelle sondern auch als Unterhaltungsmittel sehen.

Aber genug Sentimentalität, sonst springt ihr mir noch alle ab und meine Dankesworte waren doch umsonst :-) Wo waren wir? Achso, Ferien. Ja, nach dem Fasching kam dann die Erholung vom Fasching, wie jedes Jahr halt. Nur eben diesmal nicht so wie die Jahre davor, indem man sich an Aschermittwoch bei einem fleischlosen Essen schwört, die nächsten 40 Tage keine Süßigkeiten, keinen Alkohol und keinen wasweißichwas zu sich nimmt. Ich hab das dieses Jahr mal anders gemacht. Ich habe gleich an Aschermittwoch gesündigt und weil das so viel Spaß gemacht hat, werde ich das auch weiterhin machen. (Es gab lecker Schaschlik, an dieser Stelle einen riesen Dank an meinen Privatkoch!!!) Und was die Süßigkeiten angeht: Ich liebe diese Blicke meiner Mitbewohnerin, wenn ich Schokolade vom Einkaufen heimbringe und ihr bewusst wird, dass sie kein einziges Stückchen davon abbekommen wird. Hihi. Ach Quatsch, so gemein bin ich nicht. Ich verstecke meine Einkäufe ab jetzt vor ihr :-) Nein, schon wieder Spaß, ich hab eigentlich auch vor, nichts mehr zu essen und keinen Alkohol zu trinken. Hatte ich vor, bevor ich heute gesehen habe, dass meine Lieblingtortillas im Cooperative-Supermarkt um die Hälfte reduziert sind (Die Briten lieben die Rabattstrategie nach dem Motto “Kauf 2, das 2.ist geschenkt” oder “Kauf 3, zahl 2″. Und so wars eben bei mir auch. Und jetzt sitze ich mit 2 175g-Päckchen Chips in meinem Zimmer und beiße mir in den dadurch üppiger werdenden A…., weil ich schon wieder auf die doofen Britenrabatt-Strategien reingefallen bin. Ich lerne das jeden Tag, ist ja alles Marketing, aber selber falle ich drauf rein. Ok, ich hab ja meine Vortile dadurch, ich hab ja 2 Tüten und nur 1 bezahlt, aber trotzdem. Hab mir vorgenommen, dass GANZ GANZ SICHER nach diesen 2 Tüten Schluss ist mit Süßigkeiten kaufen. Ihr werdet alle erfahren, wie lange ich das mit dem Schluss umsetze!!

Nun kurz zum Besuch meiner Eltern. Sie waren ja für 5 Tage in meiner bescheidenen Bude und ich glaube, ihnen hats nach dem kleinen Anfangsschock wegen den Britischen Wohnstandards ganz gut gefallen. Einmal Strand, einmal Highlands, einmal Fish and Chips, einmal Angusrind. An Haggis haben sie sich nicht getraut. Ihnen sind sofort die bunten Haare, hohen Schuhe und zu vielen Pfunde der Schotten aufgefallen und den Kartentick der Briten habe ich ihnen in einem Kartenshop demonstriert. Davon waren sie gleich so begeistert, dass sie sogar ein paar Karten mit nach Hause genommen hatten. Die spinnen die Briten! Hab heut mal nochmal bisschen drin gestöbert. Meine Schwester hat ja bald Geburtstag, aber manche Karten kann man nicht mal ihr, die ja eigentlich viel Spaß versteht, schicken. Beispiel: Vorderseite “Ich könnte mir keine bessere Schwester als dich vorstellen”. Innenseite “Ok, ich könnte es mir schon vorstellen, aber dazu ist Mama jetzt zu alt”. Tätäääääääää, tätäääääääääää, tätääääääääääääää! Am Tag vor unserer Abreise in den Süden (zumindest von Dundee aus gesehen) sind wir in Edinburgh gewesen. Ich habe ein Hostelzimmer gebucht für uns. Sollte billig sein. Ich hab dann das billigste genommen, ein 14-Bett-Zimmer. FEHLER! Ich habe meine Eltern NOCH NIE in meinem ganzen Leben so hilflos gesehen wie in diesem Hostelzimmer. Unglaublich. Und da entschädigt auch nicht die Tatsache, dass sie noch nie in einem Hostel waren! Beispiel: “OH MEIN GOTT” sagte meine Mutter. Ich dachte ups, hat sie eine Spinne oder so gefunden. Nein, hatte sie nicht, sie schaute mich mit panischem Blick an und fragte mich “wo lege ich denn meine Brille heute Nacht hin”. Darauf schaute mich mein Vater ganz entgeistert an und fragte, wo er denn seine Kleider hinlegen sollte. Diese Situationskomik war echt einzigartig und ich empfehle jedem, mal mit seinen Eltern ein 14-Bettzimmer in einem Jugendhostel zu nehmen. Nur aus Spaß an der Freude, so viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr! Aber ich glaube, sie hatten einfach nur bisschen Angst, weil hier die jüngere Generation dominiert und sie nicht mehr am längeren Hebel sitzen. Aber das war ja nur für eine Nacht und – oh Wunder -  Wir alle haben es überlebt! In Edinburgh waren wir im Schloss (als Deutscher kommt man sich bisschen komishc vor, weil die meisten Räume des Schlosses mit Kriegsmuseen gefüllt sind, war aber ganz interessant, das mal von einer Aliiertenperspektive zu sehen und nicht von der Hitlerperspektive) Sogar “Dettingen” steht im Schloss. Leider (oder glücklicherweise) nicht unser Dettingen, irgendwo bei Aschaffenburg war mal eine Schlacht. Dann sind wir noch durch die Stadt geschlendert, bisschen Whisky, Quietscheentchen und Schottenmütze gekauft und dann gings zum Italiener zum Abendessen. War lustig anzuschauen, weil die meisten Tische reserviert waren. Dann nach und nach kamen die Reservierer. Ausschließlich 16-jährige Bubis mit ihren kichernden Freundinnen und einer Rose in der Hand. Welche Familie außer der meinen kommt auch am Valentinstag auf die Idee, den Verliebten die Sitzplätze wegzunehmen :-) Auf Mutters Wunsch gingen wir danach noch auf einen Verdauungsspaziergang “auf den Berg mit den Sachen drauf”. Gemeint war ein Hügelchen in Edinburgh, auf dem ein paar Denkmale drauf stehen und von dem man einen tollen Blick über die ganze Stadt hat. Danach noch in den Hostelpub, wo die Kiddies sich zum “Pubcrawl” bereitmachten. Also eine organisierte Pub-Tour wo garaniert niemand nüchtern heimkommt. Aber freundlicherweise war niemand von denen in unserem 14-Bettzimmer. Die Nacht wurde nicht oft von rein oder rausgehenden Leuten unterbrochen.

Hier ein bisschen Bildmaterial zu dem Elternbesuch:

Die Eltern erkunden die Häuschen am Brougty Ferry Beach.

Zitat Papa: “Hier kann man ja wortwörtlich aus der Dachrinne saufen”

Oh da fällt mir ein, ich muss euch ja noch erzählen, warum ich so einen unglaublich kreativen Titel für diesen Artikel gewählt habe. Der Rückflug war nicht so toll irgendwie. Also bis 10 Minuten vor der planmäßigen Landezeit war noch alles ok. Aber dann fings an. Also wie gesagt, 10 Minuten vor der eigentlichen Landezeit sagt der Pilot “Hey Leute, schaut mal raus, tolles Wetter in Edinburgh, da habt ihr euch nen super Termin rausgesucht, genießt euren Aufenthalt und danke fürs Fliegen mit Easyjet”. Dann flog der Flieger 3 Runden über eine Hügellandschaft nahe Edinburgh. War ja ganz nett, tolle klare Aussicht und bei jeder Runde wurde mir noch klarer, dass das ein tolles Land ist, in dem ich hier wohne und dass mir das so selten bewusst ist, WÄHREND ich hier wohne. Aber dann bei der 3. Runde dachte ich mir, dass der Pilot vielleicht noch keine Landeerlaubnis hat. Kann ja sein, wenn das das Problem gewesen wäre, hätte ich da auch noch eine 4. Runde mitgemacht. Aber es war shon 10 Minuten nach dem Planmäßigen Landezeitpunkt, was mich ein bisschen beunruhigte. Noch mehr beunruhigte es mich, als dann das Flugzeug mit den Runden aufhörte und geradeaus in Richtung Fluss flog. Und es wurde immer tiefer und tiefer und tiefer. Irgendwann waren wir dann so nah am Wasser, dass ich echt dachte, der will da glaub landen!! Wir konnten jede einzelne Boie erkennen. Das waren keine 10 Meter? Oder, wie hoch ist denn so eine Brücke? Als ich später mit dem Zug über die Brücke fuhr, war ich weiter weg vom Wasser als mit dem Flugzeug. Aber nun weiter zur Geschichte. Irgendwann hat das Flugzeug gewendet und ist wieder Rchtung Land geflogen. Puh. Wir sind ganz nah über ein Schloss geflogen, aber dazu waren wir doch schon wieder zu hoch als dass wir das Schloss mitgenommen hätten :-) Man merkte richtig, wie der Pilot versuchte, das Flugzeug wieder höher zu kriegen, aber das klappte nicht richtig und so wackelte das Teil die ganze Zeit. Und auf einmal kamen wir der Landebahn vom Flughafen entgegen und der Pilot brachte uns zwar nicht gerade sanft aber sicher auf den Boden. Typisch Schottisch war dann die Erklärung der Stewardessen. Anstatt uns zu sagen was das Problem war, sagte eine nur “So, unser Pilot hatte grad ein bisschen Stress in der Kabine. Vielen Dank nochmal, dass sie mit Easyjet geflogen sind”. Alle haben geklatscht und ich war froh, dass ich meinen Heimflug bei Ryanair gebucht habe! Dann gings wie gesagt mit dem Zug nach Dundee zurück. Hab mich kurz noch über die gestiegenen Preise der Schottischen Bahn aufgeregt und dann die 1.5 Stunden Fahrt genutzt um über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Und jetzt bin ich wieder im tristen Studentenalltag, sitze an der Überarbeitung meines BAföG-Antrags und gehe früh ins Bett, weil ich ja morgen schon um 13Uhr zur Uni muss :-) In diesem Sinne, CHEERS bis nächste Woche!

Kaddi bzw. der Blog bzw. beide machen Faschingsferien!!

Genau so siehts aus!! Weil ich ja morgen Elternbesuch bekomme und danach gleich mit denen nach Deutschland zum Faschingswochenende heimfliege, dort dann über ne Woche bleibe, werde ich da keinen Blog schreiben, ihr habt also eine Lesepause!

Aber jetzt erstmal noch ein bisschen zu meiner letzten Woche und zu einem allgemeinen Problem, das ich heute aufgreifen werde. Hier die Tagesagenda dieses EIntrags :-)

  • Cedric hat Geburtstag gefeiert
  • Wir waren auf einem Handballspiel
  • Wir hatten eine netten Faschings-Wohnungsball
  • Ich habe eine neue Vokabel erfunden!
  • Ein weiterer Beweis, warum die Briten einen Schuss haben
  • Ein weiteres Britending, DAS MICH AUFREGT
  • Ein weiterer Lobgesang an meinen Vermieter

Cedric hatte letzte Woche Geburtstag. Ich will gar nicht so viel drüber sagen, war nett, er hat im Luxuswohnheim gefeiert, er wohnt zwar auch in einem Luxuswohnheim, aber seine Einzelküche ist kleiner als die im großen Luxuswohnheim. Nur eine Sache. Nik. Unser neuer schottisch-griechische Stammgast in unserer Wohnung und Anyas ichweißnichtwas hatte eine Bombenidee. Bzw. eine Schnapsidee im wahrsten Sinne des Wortes! Er meinte, wenn die beiden (der Nordire Laurence hat auch noch seinen Geburtstag nachgefeiert) schon in Schottland feiern, dann müssen sie ein RICHTIG schottisches Geburtstagsritual mitmachen. Ohooooh, das kann nichts Gutes bedeuten! Und somit hat Laurence ein Pint trinken müssen, das seine Geburtstagsgäste für ihn gemixt haben. DIe einzieg Regel war: Es darf nichts antialkoholisches rein ins Glas. Und der hat das auch noch auf Ex runtergezogen. Und genauso wie sich das jetzt anhört, war er auch beieinander!!! Cedric hat sich dann geweigert, wa ich echt gut finde. Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen, den sich die Schotten ausdenken. Von meinem Haggis-Schock hab ich mich ja immer noch nicht erholt, der Geschmack verursacht immer noch Geschmacks-alpträume! Wä. aber zurück zum Thema. Laurence ist auch noch Diabetiker und das gab dann natürlich noch Stress, weil niemand wusste, ob er noch was spritzen musste etc. Keine Ahnung, hab nicht mehr so viel mitbekommen, bin früh mit Anya heim.

Dann am Samstag durften wir mit zu einem Handballspiel von Niks Uni-Handballmannschaft. Die Mannschaft besteht ausschließlich aus internationalen Leuten. Spanier, ein Deutscher, ein Pole, Franzose etc. Und der Trainer ist der Zypriote (Ha, sie Wette hab ich gewonnen, Anya hat auf “Zyperer” gewettet, als wir uns gefragt hatten, wie man denn die Leute nennt, die auf Zypern leben). Unser Fanclub bestand aus 3 Mädels. Anya ist wegen Nik mit, Annika ist mit, weil sie in Deutschland Handball spielt und ich bin mit, weil…hm. weil ich mal in der Schule ein Bombenhandballtorwart war? Oder halt einfach so, weil ich nichts Besseres zu tun hatte :-) Das Spiel war ganz witzig, wir waren ein super Support für die Mannschaft, haben aber trotzdem nicht zum Sieg verhelfen können. Dazu waren die Spieler in der 2. Hälfte einfach zu schlapp. Oder wie die Schotten sagen “tired, sprich “taierd” oder wie die Spanier sagen, wenn sie englisch reden “tired, sprich “taiRED”. Dann am Abend mussten wir improvisieren. Weil die Läden schon geschlossen hatten, als wir zurückkamen von Blackburn (dort war das Spiel), mussten wir uns der Frage stellen: “Wie kriegt man aus den Bestandteilen eines deutschen Kleiderschrankes ein Faschingsoutfit zusammen. Und ohne Faschingsschminke auch noch. Ich hatte erst gedacht, ich verkleide mich als Schlampe. Dooferweise ist die Definition in diesem Land ja ein bisschen anders und die Schotten hätten dann wahrscheinlich geraten, dass ich mich als Mauerblümchen verkleidet habe, wenn ich mein deutsches Schlampenoutfit angezogen hätte. Deshalb hab ich mich dazu entschlossen, mein altes Cowboykostüm auszupacken und – NEIN, keinen lebenden Cowboy zu machen, wär ja langweilig nach dem legendären toten Cowboy an Halloween :-) Nein, ich habe meine nicht vorhandenen Nähkünste in Ansprunch genommen und die Cowboyhose umgenäht. Bzw. umgetackert. Ich hab ja auch keinen Nadel und Faden zu Hause. Auch keine Sicherheitsnadeln. Aber einen Tacker! Ein Fotole hier mal. Ich hab ja gesagt, dass ich keine Personenbilder mehr reinstelle, deshalb hab ich die 2 Hippies hinter mir zensiert

Jetzt ist quasi aus meiner Cowboyhose ein Kuhkleid geworden. Ich musste nur die 2 Nähte trennen und anders zusammentackern. Es lebe die Kreativität! Cedric kam als Stenzietmensch, Sandra und Cedric als Army-Paar mit Pistole, um die sich meine Kids im KidsClub bestimmt gerissen hätten, Laurence und Philipp waren undefinierbar gekleidet, Anya war Pirat und Nik musste sich von Anya noch anmalen lassen, weil ich ihn sonst rausschmeißen müssen hätte. Ohne Kostüm kein Einlass!!! Dann wurde er eine Katze! Die Feier war nett und wir haben ein bisschen Rache geübt an unseren Nachbarn oben, die ihre Kinder immer bis nachts um 12 rumhüpfen lassen und Krawall machen lassen. Als dann alle wegwaren, natürlich nachdem sie alle geholfen hatten, aufzuräumen, gings ins Bett. Und jetzt ist nur noch der Faschingsbaum da. Ja, ihr habt richtig gehört! Der Weihnachtsbaum wurde umfunktioniert. Und alle möglichen Sachen wurden drangehängt. Ein bisschen davon sieht man auf dem Bild

So, nächster Punkt! Ich habe eine neue Vokabel erfunden! Da muss ich unbedingt noch Langenscheidt bescheid sagen, dass sie das in ihr nächstes Wörterbuch aufnehmen. Und diese Vokabel ist gar nicht so einfach zu erklären. Für euch schon, euch muss ich ja nur das deutsche Wort sagen. Aber erklärt ihr mal 2 Schotten, was eine Eselsbrücke ist!!! Hab schnell bemerkt, dass das Wort “donkey-bridge” bei denen nicht existiert, aber Nik war so begeistert davon, dass er jetzt in den Schottischen Sprachgebrauch einführen will. Da wundert mich gar nichts mehr, wenn die wirklich jeden Mist aufnehmen in ihre Sprache, dass die quasi gar kein Englisch mehr sprechen!! Ich sags euch, der Raza aus dem Kids Club, der Spricht eine Sprache, ich kann euch gar nicht sagen, was das ist!!! Das einzige was ich weiß ist, dass ich kein Wort verstehe!! Nichtmal nach 4 Wochen durchgängigem Kids Club! Aber keine Ahnung, das kann schon sein, dass der irgendwo zwischen Berg 342 und 343 in den Highlands aufgewachsen ist und bis zu seinem 18. Lebensjahr niemanden außer seine Familie gesehen hat, dann kann sich so eine Sprache schon verselbstständigen…

Nun zum nächsten Punkt, wieso die Schotten verrückt sind???? Ich sage nur: KARTENTICK. Aber das wusste ich ja schon. Es gibt hier ja eigene Kartenshops! Die nicht pleite gehen! D.h. die Briten schicken sich zu jedem Anlass Karten. Und als ich m Anfang des Semesters in ein Schrebwarengeschäft gegangen bin, um einen Schrebblock zu kaufen und ich dann schier erdrückt wurde von riesigen Kartenständern voll mit roter Karten. Da ist mir dann aufgefallen, dass die Briten sen Valentinstag wohl auch feiern. Aus Spaß bin ich dann gnadenlos mal in so einen puren Kartenshop rein und da hätte ich Stunden verbringen können. UNGLAUBLICH, die schenken sich Sachen zum Valentinstag!! Und neee, nicht unbedingt die feine Englische gentleman-Art!! Von übel-schnulzig bis pervers ist alles dabei. Von riesigen Plüschrosen für 20 Pfund bis zu XXL-Karten, die so sick sind wie Bücher. Eben voller Liebesschwüre, da verschnulzt man schier. Und dann eben noch sehr witzige Sachen. Jetzt darf ich aber nicht zu viel sagen, weil ich natürlich an einer Sache nicht vorbeilaufen konnte. Zu witzig!

Ok, nun der AUFREGER! Ich weiß ja nicht, weiviel ich da schon geschrieben habe, aber das regt mich schon auf, seit ich hier bin! Bei den Briten kommt ja nach dem “Hello” immer ein “HOW ARE YOU” und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr das aufregt!!! Wenn das JEDER fragt, irgendwann ist das nicht mehr nett! Und vor allem weiß ja jeder, dass es dem Fragenden komplett egal ist, wie es dem anderen geht, der Fragende fragt das nur, um bisschen Interesse vorzutäuschen und wartet die Antwort ja oft nichtmal ab! Und ok, am Anfang waren es nur die Schotten, aber bei denen ist das ja noch authentisch, wenn die das fragen. ABER dann kommen auch nicht die internationalen Studierenden und wollen sich anpassen und OOOHHHHHHHH!!! WENN ES EUCH NICHT INTERESSIERT WIE ES MIR GEHT, DANN FRAGT DOCH EINFACH NICHT!!!!!! Es sagt sowieso jeder “Thanks, I’m fine” und ist nichtmal so einfallsreich oder ehrlich um zu sagen “BESCHISSEN geht’s mir!” Leute, sei doch mal bisschen kreativ und fragt mal andere Sachen, die WIRKLICHES Interesse zeigen oder formuliert den Satz doch auch nur um, das würde schon reichen, z.B. in “How are you doing/feeling/wasweißichwas” oder einfach nur “Hi” ! Puuuh, das musste mal raus. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, wie so ein kleiner Satz aufregen kann!! Das war bei dem Cheers ja auch so am Anfang. Aber daran hab ich mich langsam gewöhnt. Aber daran werde ich mich wohl NIE gewöhnen!

Und jetzt zum Schluss, bevor ich mich in die Ferien befördere, noch die kleine Vermietergeschichte. Warum er toll ist?

  • Unser DVD-Regal platzt jetzt bald, der wirft immer noch mehr neue Filme in unseren Postschlitz
  • Die Küchenrollen, die er uns in den letzten 5 Monaten gegeben hat, reichen ein ganzen Menschenleben lang (wenn er selber so viele Küchenrollen braucht wie er uns gibt, dann will ich nicht wissen, was der mit denen macht!)
  • Als ich nach der angebotenen Gästematratze gefragt habe, weil ja meine Eltern kommen, kommt er am nächsten Tag mit:
  1. Einem nagelneuen Airbed mit Elektropumpe
  2. Einem Matratzencover
  3. einem Spannbettuch
  4. neue Bettwäsche
  5. neue Kissen
  6. Neue Kissenbezüge
  7. Neue Bettdecke
  • Letzte Woche hat er wieder Schoki gebracht. Einfach so ihne Ankündigung. Eine riesendose mit Cadbury (Britisches Wort für Milka :-) ), weißer Toblerone und Maltesers. Der will uns wirklich noch Schottisch mästen!

Soviel zu meiner letzten Woche und meinen Sorgen/Erlebnissen etc. Bin gottfroh, wenn ich wenigstens ein paar Tage wieder zu Hause sein darf. Bis in 2 Wochen dann hier oder ich seh Euch an der Bar :-D

Die 1.Hälfte des 1.Drittels der 2.Hälfte meiner Schottlandzeit wäre geschafft!!

Ihr seht, ich zähle genau mit. Irgendwie vergeht die Zeit zurückblickend doch schneller als gedacht. Aber momentan vergeht sie gar nicht. Wie soll sie das auch, bei meinem Stundenplan! Ich hätte den Blog hier echt “Kaddi auf der Suche nach Beschäftigungsmaßnahmen in einem fremden Land” oder so nennen können. Aber ist ja gut, ich will mich mal nicht über zu viel Freizeit, in der man eigentlich was fürs Studium machen sollte, aus Motivationsgründen aber nicht tut, weil erst Anfang des Semesters ist, beschweren. Aber das ist schon eine schreckliche Zwickmühle. Denn EIGENTLICH hätte ich ja nicht so viel Freizeit, wenn ich die Sachen machen würde, die die Uni EIGENTLICH von den Studenten erwartet. Nein. Ich kann das nicht. Zu Hause gibts einfach immer was, das in dem Moment wichtiger ist als Unikram. Ich übe momentan sogar freiwillig Saxophon, das hab ich früher, als ich es MUSSTE, nicht so oft getan. Aber um die Nachbarn ein bisschen zu ärgern, macht man das doch gerne. Immerhin hüpfen deren Kinder uns auch jeden Abend die Decke ein. Zumindest hört es sich so an! Aber egal.

Heute will ich euch eigentlich nur kurz berichten von:

  • Burns Supper
  • Handballparty
  • Hilfe, ich bin bei Google!

1. Burns Supper. Ich hab euch ja erzählt, dass ich ziiiiemlich Angst hatte und aufgeregt war vor dem Dinner. Ich hab ja noch nie Haggis gegessen. Und den anderen Kram auch nicht. Anya und ich sind mit dem Dirndl und Riesenhunger pünktlich losgelatscht und unsere Truppe fand sich schnell ein. Natürlich fielen wir “ein bisschen” auf, aber so wollten wir es ja. Der Abend war nett, es haben immer wieder ein paar Leute ein paar Burns-Gedichte auf Schottisch vorgelesen (extra für die internationalen Studierenden gabs ne Übersetzung auf Englisch, wie nett!). Der Whisky war nicht so grausam wie der letzte in der Destillerie damals. Der war von der Isle of Skye, die verstehen anscheinend, dass es einem Menschen keinen Spaß macht, ein Getränk zu trinken, bei dem man 2 Stunden danach noch ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Speiseröhre hat, weil man ihr sowas schlimmes angetan hat! Soweit sogut. Aufgrund des riesen Hungers hoffte ich natürlich inständig, dass die Schotten wenigstens essenstechnisch Geschmack beweisen (wenn sie es auch kleidertechnisch nicht hinbekommen, ich meine jetzt die Damen!). Die knallharte Antwort.Nein, die können es nicht. Ein gewisses Grundverständnis muss man ja mitbringen, um zu wissen, WARUM die Schotten sowas essen. In den Highlands gibts nunmal vorwiegend Schafe und da die Schotten so unglaublich kreativ sind, grillen sie nicht nur das Fleisch, sondern machen aus dem Rest auch noch was verwertbares (ich habe absichtlich nicht das Wort “essbar” benutzt!!!). Sie zerstampfen einfach die Schafsinnereien und pressen sie in einen Schafsdarm. Wie geschickt, dass das alles vom Schäfchen kommt, somit braucht man nichtmal andere Zutaten! Und damit der unglaublich ekelige Geschmack vom Essenden nicht geschmeckt wird, wird einfach soviel Pfeffer in das Haggis getan, damit die Speiseröhre schön verbrennt und den Geschmack nicht schmeckt. So, liebe Leute, soviel zu meiner THeorie. Anders kann ich es mir WIRKLICH nicht erklären, wie man freiwillig sowas essen kann. Ich hab immer versucht, das minibisschen Haggis, das ich mir eingeschöpft habe, mit Neeps and Tatties, also Kartoffelbrei (komplett ohne Gewürz, zum Neutralisieren) und irgendeinem komischen orangenen Zeugs (ich tippe mal auf Kürbis, Karotte wars mal nicht) zu vermischen, aber der Geschmack lässt sich nicht einfach so unterdrücken. Mann, ich würde gerne mal mit einem schottischen Arzt reden, die müssen doch ihrem regelmäßig Haggisessendem Volk irgendwelche Pillen geben, die die Speiseröhre quasi schmerzfrei macht. Also meine würde den schottischen “way of eating” nicht lange überleben!! Aber gut, vielleicht schmeckts den Schotten ja auch nicht und die wollen nur einen auf stark machen und beweisen, dass sie so stark sind wie die damaligen Highlander, die noch keine Wahl hatten zwischen Haggis und leckerem Essen.

Die Vorspeise war “Cock-a-leekie-Suppe”. Ich hatte keine Ahnung was das ist! Hat aber komisch geschmeckt. Vor allem das Fleisch. Später wurde mir dann mitgeteilt, dass das Fleisch, das ich komisch fand, gar kein Fleisch war. Getrocknete Pflaumen. Gut, wenn ich mit der Einstellung an das Essen rangegangen wäre, dass ich Obst in einer Suppe vorfinde, dann hätte es vielleicht gar nicht so komisch geschmeckt. Mann bin ich schlecht im Essen raten.

Die Nachspeise war nach den 2 Höllengängen dann meine letzte Hoffnung auf ein weinigstens ganz kleines bisschen Sättigungsgefühl. Die löste sich dann aber in Luft auf, als ich die Nachspeise sah. 3 Kekse und 3 Käsescheibchen. Und ein bisschen Marmelade. Die Marmelade schmeckte gut,die Haferkekse (“oatcakes”) waren mit Butter und Marmelade essbar. Käse mag ich ja pur nicht so gerne, aber mit bisschen Marmelade drauf ging das auch runter. Hab dann später erfahren, dass ich mich auch in der Marmelade getäuscht hatte. Ich dachte, das geht irgendwie in richtung Zwetschge. Es war Zwiebelmarmelade. Rote Zwiebeln. Deshalb rot. Ich mag eigentlich keine rohen und puren Zwiebeln. Aber gut, wahrscheinlich hätte mir die Psyche einen Strich durch die Rechnung gemacht, wenn ich vorher gewusst hätte, dass das Zwiebeln sind. So hab ich es gegessen. Aber das Sättigungsgefühl trat leider nicht ein. Somit war der Abend irgendwie gelaufen für mich, wenn ich Hunger habe, habe ich nicht die beste Laune. Wir sind aber trotzdem noch bisschen sitzen geblieben, war ganz nett mit den Franzosen und den anderen Deutschen. Haben noch ein Fotole mit nem Schottenrockmann gemacht (so als Kontrast Dirndl-Schottenrock) und haben uns vom Staub gemacht, als die Ceilidh-Band uns zu laut wurde und die Ceilidh-Tänzer uns aufgeregt haben, weil die Weiber wieder keine Kleider anziehen konnten, die beim Tanzen nicht verboten hoch hochrutschten.

Hier noch paar Bilder: 1. Vorspeise, 2. Hauptgang, 3. Nachspeise

2. Handballparty. Ok, war eher eine Vorparty. Nik, der schottengrieche (übrigens, er ist unser neuer Stammgast ind er Wohnung, Cedric hat aufgegeben, er hat wohl erkannt, dass er bei Anya keien Chance hat) spielt Handball und seine Kollegen haben ne kleine Party im Wohnheim geschmissen. Anya und Kaddi sind da auch mal hin zum Hallo sagen. War nichts besonderes, ich war die Nüchternste von allen, Anya hatte ja schon eine Flasche Wein intus, als wir losliefen. Aber gut, war nett, beim Heimlaufen kommt die kleine Geschichte die ich euch jetzt erzählen will, die allen, die sich Sorgen über “klein Kaddi in der Großstadt im Fremden Land” Sorgen machen. Hier die Entwarnung wir haben einen neuen Bodyguard. Unfreiwillig.

Als Anya und Nik bei “Chips with cheese”. Ja ihr habt richtig gehört, die essen die Pommes mit Käse!!! ihren Hunger gestillt haben (ich hab ach mitgegessen. Nik meinte, es sind die besten Chips and cheese in der Stadt. Mein Kommentar: Sehr überraschend, Pommes mit Käse schmeckt wie Pommes mit Käse. Genauso wie Pommes mit Essig  wie Pommes mit Essig schmecken! Aber dazu muss man doch sagen, dass Pommes mit Käse nicht schlecht schmecken!), gings an die Laufung nach Hause. Schön wärs gewesen. Klingt nicht so harmonisch wie es war!! Ich hab das Tempo angegeben, war ich einen cm zu weit weg für Niks Geschmack, kam der Strafschrei “Kathrin, du kommst sofort her, du läufst nicht alleine heim”. Mist, Fluchtversuch gescheitert. Irgendwann wurde es mir echt zu bunt. Aber was will man denn machen. Besser zu viel Sorge als keine? Diese Frage würde sich noch ausdiskutieren lassen… Auf einmal fiel Nik ein, dass er gar nicht laufen will und rief ein Taxi. Ich wollte aber laufen. Hat ja viele Vorteile. Ist billiger, man wird nebenbei nüchtern (ok, Anya und Nik hätten noch paar Runden mehr gebraucht zum nüchtern werden), aber ich durfte nicht. Also liebe Leute, ab jetzt macht euch keine Sorge, klein Kaddi (und genauso hab ih mich gefühlt, wie ein Kleinkind) läuft jetzt nichtmal mehr unbeaufsichtigt über einen Zebrastreifen! Ne, so schlimm ist es doch nicht, aber nachts verstehen die Jungs irgendwie keinen Spaß, Dundee ist halt doch kein kriminellenloses Pflaster!

3. Hilfe, ich bin bei Google! Genau das hab ich erst letzte Woche rausgefunden. Als ich mal bei Google Bilder eingab “kaddi schottland” kamen alle meine Blogbilder. SAGMAL GEHTS NOCH?? Ich hab doch extra gesperrt, dass Suchmaschinen mich nicht finden können, weil ich die Sache ja nicht für die breite Öffentlichkeit mache, sondern für Freunde und Bekannte und Verwandte! Aufregung! Jetzt habe ich Angst. Ich hab mir sogar schon überlegt, den ganzen Blogkram an den Nagel zu hängen. Aber dann kam mir wieder in den Sinn, dass ich das genaze Zeug ja sonst alles erzählen müsste und das wär bei weitem zu viel. Für mich, mein Gehirn, alles. Error! Jetzt hoffe ich einfach, dass niemand bei Google irgendwelche Wörter wie “kaddi schottland” oder so eingibt. Und Personenfotos werde ich auch nicht mehr reinstellen. Zumindest keine mehr von anderen Leuten. Dann sind wenigstens die geschützt. Ab jetzt! Das darf man echt nicht unterschätzen! Aber gut, ich mache weiter. Also, bis zum nächsten Mal dann, soll heißen, nächsten Mittwoch wieder!